„Adelaide wird deine Schwester seyn; du sollst sie mit brüderlichem Vertrauen lieben.“

„Meine Schwester? — ach nun habe ich eine Schwester! glücklicher Zynthio! — oft sahe ich bei meiner Mutter die schöne kleine Seraphine. Ich glaubte, es sey meine Schwester, aber Donna Giuliana sagte: Nein, es wäre ihrer Cousine und eines reichen fremden Mannes Tochter; es that mir leid, daß ich nicht ihr Bruder seyn sollte! — Nun ist’s eben so gut, mein ganzes Herz bringe und gebe ich nun der Schwester Adelaide.“

„Sie hört gern Musik.“

„Die Engel lieben auch Musik — Adelaide wird nicht hassen was diese lieben.“

„Du wirst ihr nützlich seyn; du spielst die Guitarre schon recht artig, von dir kann sie den ersten Unterricht erhalten. Beide könnet ihr dann künftig euch in der Tonkunst in mancherlei Art wetteifernd vervollkommnen. — Du lernst ihr deine Muttersprache, sie dir die ihrige.“

„Ich zeichne auch schon, und mache Verse, die singe ich dann zu meiner Guitarre.“

„Ei du wirst ja wohl ein zweiter Tasso oder Petrark werden?“

„Das Letztere, Signor! — Und nun will ich ganz andere Gesänge dichten, zu Schwester Adelaidens Lobe!“ So erhielt des Knaben Lebhaftigkeit, das reine Feuer seines verlangenden Herzens, die immer mehr zunehmende Lebens- und Seelenstärke des Grafen; aber auch öfters versank jener in Tiefsinn. „Beginnt das Heimweh?“ — frug Alexis.