Immerhin! Fesseln drücken, wären es auch goldne. —

Der Fluch des Vaters! —

„Schrecklich! aber spricht er ihn als ungerechter Tyrann aus, so“ —

„Ende nicht, Frevler! Mir zermalmt der Gedanke schon Arm und Bein!“ —

Was kann ich thun?

„Schweigen; die letzten Augenblicke des Edlen, dem du dein Daseyn dankst, mit stiller Ergebung — wär es auch nicht Gehorsam, doch Widerspruchslos zu ehren, und ihn in Frieden mit dem Troste in die Ewigkeit treten lassen, daß sein Wille dein Gesetz seyn werde.“

Und dann — —? —

„Spricht zwar das Testament über den Heuchler das Urtheil, doch folgt dir nicht der Nachhall väterlichen Fluches.“

Bleich, wie ein trauernder Genius am Monument eines geliebten Entschlafenen, trat Adelaide jetzt in das Zimmer. Man hatte ihr die Ankunft des Bruders zugeflüstert, eben als der theure Kranke eines erquickenden Schlummers genoß; die Folgen einer sehr angreifenden ernsten Stunde, in welcher die sechzehnjährige Tochter des vollen Vertrauens ihres sonst mit seinen Aufträgen und Kummer so vorsichtig verschlossenen Vaters gewürdigt wurde, und versiegelte Papiere in ihre Verwahrung bekam, die sie nur unter gewissen Bedingungen früher oder später eröfnen und sich mit dessen Inhalt bekannt machen sollte.