Auf Wiedersehen, mein Vater! — tönte wie Geisterstimme Adelaidens Antwort.
„Und nun zu dir, treues redliches Weib, meine geliebte Ludmilla! — in deinen Armen will ich sterben, richte mich auf; mein letzter Blick sey Dank für deine fromme Liebe! — dort erst wirst du begreifen, welch ein großer Schuldner ich dir war — aber auch verzeihen! — Keinen Abschied! die mich lieben, werden mich bald wiederfinden. — Also nur gute Nacht! — an der Brust der treuen Gattin schläft es sich sanft ein. — Gute Nacht, Zynthio — gute Nacht, all ihr Freunde! — Adelaide, Theodor; unterstützt eure Mutter, daß mich ihre Arme nicht eher fallen lassen, bis ich fest eingeschlafen bin. — So — so — gute Nacht!“ —
„Schlaf wohl, edler guter Mann!“ sprach mit weicher des Freundes Verlust klagender Stimme der Fürst, und drückte die kalte Rechte seines auf dem Paradebette liegenden Generalissimus.
Ja, dieser Schlaf ist dem edlen großen Mann Bürge, daß seine Ruhe nicht mehr gestört werden kann. — Wohl mir — daß ich giftigen Insekten, als sie ihn noch verwunden konnten, den Stachel stumpfte! — flüsterte es leise zu den Füßen der Leiche.
Der Fürst blickte seinen Thronfolger bedeutend an — „Fühlst du das, mein Sohn? — Gott Lob! dann leichterst du mein Herz um ein großes!“
Wir verstehen uns nicht — mein Vater, und können uns nicht verstehen! —
„Wie?“
Ich bitte, Ew. Durchlaucht geruhen die neugierige Menge zu erwägen, von der wir Beide noch weniger verstanden werden. — Mein Ehrenwort an dieser mir heiligen Stätte, wenn dies genügt, daß sich der Fürst nie seines Sohnes wird schämen, noch seinen Handlungen fluchen dürfen!
„Damit begnüge ich mich — fürs erste.“