„Nein. Sie wird keines Andern Weib, und — ich glaube, es verdient sie auch keiner; Adelaide ist zu gut für unsere lieben Alltagsmänner. Ich habe nur eine halbe Stunde mit ihr unter vier Augen gesprochen; sie hat mir Ursachen angegeben, warum es nicht seyn kann, in Wendungen und Entschuldigungen, die ich weder wörtlich verstanden habe, noch sie dir mitzutheilen vermögte; aber ich begreife und bin fest überzeugt, daß es nicht seyn kann. Uebrigens giebt sie deinen Wankelmuth der Unzufriedenheit mit Karolinens Mangel an feinem Ton und Weltkenntniß Schuld.“
Ja, wenn sie mich so charakterlos hält —
„Hm! Sie scheint mir auf dem rechten Wege zu seyn. — Adelaidens glänzend ausgebildete Talente, der Stempel der großen Welt, des Hoftons, der überall ihr Benehmen auszeichnet, verleidete freilich dem eleganten Chevalier das simple jener galanten Lebensart unkundige Landmädchen. — Die Wallersee behauptet: dem könne abgeholfen werden, und wiewohl ich nichts weniger willens bin, als dir meine Tochter aufzudringen, überhaupt das: Heute so, und morgen anders! nirgends statuire, wo ich drein zu reden habe — so mußte ich doch versprechen, ihr Karolinen in die Schule zu geben.“
Die ohnehin schon liebenswürdige Cousine wird unstreitig in jeder Art gewinnen; doch eben so wahr ist es, daß ich auf dieser entscheidenden Stufe mich sehr gedrückt fühlen muß.
„Er meint, diese Stufe sey das Fußgestell eines Donquixots? — So ganz unrecht habt ihr nicht, edler Ritter!“
O diese Adelaide! Gott gebe, daß sie mich nicht noch zu etwas Schlimmern macht, als zu einem Narren —
„Der Ihr jetzt schon im höchsten Grade seyd!“
Wie soll ich künftig ihren Anblick ertragen?
„Dessen bist du überhoben: man verbittet deine Besuche auf Wallersee in den ersten Paar Monathen.“
Ha, bravo, mon cher Oncle! ich erkenne dankbar die Früchte Ihrer Vermittelung — die Sachen stehen vortrefflich!