„Womit kann man aufwarten, gnädiger Herr?“ frug diese — „einige Refraichissements à la Campagne, so gut man sie auf der Reise haben kann.“

„Nur um etwas zu trinken bitte ich.“ Mit dieser Erklärung wendete er sich zu Georg, der eben Adelaidens Mundbecher auf einem silbernen Teller seiner Gebieterin darreichen wollte. Mit bescheidenem Lächeln ergriff der Jäger eine Bouteille, füllte den Becher mit perlenden Burgunder, und präsentirte ihn Sr. Durchlaucht. Bis auf den letzten Tropfen ward er ausgeleert, und nachdem der Prinz seine Uhr in den Becher geworfen hatte, gab er ihn dem betroffenen Georg mit den Worten zurück: „Dies wirst du Trotzkopf doch nicht ausschlagen, wie meinen Oberförsterdienst?“

Georg zog die Uhr aus dem feuchten Behältniß, küßte die goldene Kapsel über dem Zifferblatt, auf welchen des Prinzen verzogner Nahme mit Brillanten gesetzt war, und erwiederte:

„Der Oberförster hätte mir nie den Verlust des schönsten Looses meines Lebens ersetzt; dieser Beweis der Gnade Ew. Durchlaucht giebt mir das Zeugniß, daß ich meines glücklichen Berufs nicht ganz unwerth sey.“

Adelaide warf einen sanft strafenden Blick auf den begeisterten Georg. „Hast du Sr. Durchlaucht den Becher kredenzt?“

„Nein, aber den Glauben an die unerreichbare Liebenswürdigkeit einer Adelaide mit mir gemein“ — nahm der Prinz das Wort — „und der Himmel lohne ihn mit seiner ganzen Seligkeit dafür.“

Julius, der nahe genug saß, um alles hören und sehen zu können, knirschte über den unbegreiflichen Zusammenhang und der Einigkeit aller Derer, von denen Adelaide umgeben und angebetet wurde, mit den Zähnen. „Sind es höllische oder gute Geister, die um diese Zauberin eine Wagenburg schlagen?“ — frug er bei sich selbst — „Fürst, ausländische Fündlinge, gemeine Jäger, alle reichen sich brüderlich die Hände, mich rasend zu machen.“

Des Prinzen und der Gräfin Gespräch wurde leiser.