Es sind die Worte der Verklärten: — ich habe gekämpft und den Sieg errungen —
Ah, so — und erwartete den Lohn in den Armen meines erwählten Schäfers! —
An Hochburg ward ich zur Verrätherin; der Stunde meines Todes fast gewiß, durfte ich nicht fürchten, die Verbindung vollziehen zu müssen. — Dies ihr Bekenntniß an den Pforten der Ewigkeit! — zweifeln Sie noch? —
An meiner Vernichtung? — nein. — Sie haben ihren Zweck erreicht.
Noch nicht. — Wer von einer Adelaide geliebt ward, muß ein großer, ihr an tugendhafter Entschlossenheit gleichender Jüngling seyn! — Ihn den Seltnen bitte ich, mich zu der schon erwähnten Stunde, ohne Zeugen und in empfänglicher Stimmung für das Zarte meines Auftrags zu hören. Bis dahin Schonung der kleinern Verhältnisse, deren Rechte selbst die Verewigte achtete.
Zynthio! — gieb mir Trost, ohne den ist Entschlossenheit ein Unding! Sie liebte mich! — Nun erst ist mein Verlust unersetzlich. — Adelaide! — Adelaide! —
Adelaide! — wiederholten die Klagetöne Mathildens —
Adelaide? — fragte Julius wie aus einem Traume erwachend — welcher bis jetzt selbst nicht wußte, was er sah und hörte. — Ja, diese Adelaide antwortet nicht mehr! —
Mathilde erblickte die zwei verschwisterten Rosen an der Brust der vergeblich Gerufenen, und entzog sie der kalten darauf ruhenden Hand. Ha, wie ich euch von dem Herzen eurer Königin reiße so riß sie sich von mir, und ließ mich traurig und einsam stehen. — Ihr seyd mein! an ihrer Brust habt ihr geblüht, an der meinigen sollt ihr verwelken, wie meine Freuden!
Julius sprang auf, die Hälfte des Raubes sey mein! rief er, indem er sich des Zweiges bemächtigte, und die zarten Zwillinge trennte. Ein unter den Blättern versteckter Dorn rächte den Frevel. Von seiner verwundeten Hand tropfte das Blut auf Mathildens weißes Gewand, während er ihr die blutbefleckte Rose reichte.