Jakob’s Erzählung bedarf keiner Bestätigung, doch wird sie durch das Burnet-Mspt. Harl. 6584 vollkommen bestätigt. „Marleburrough,” schrieb Burnet im September 1693, „befleißigte sich, das Verfahren des Königs zu verschreien, ihn in allen seinen Reden herabzusetzen und den Engländern einen Widerwillen gegen die Holländer einzuflößen, die, wie er behauptete, die Gunst und das Vertrauen des Königs in höherem Maße besäßen als sie,” — die Engländer vermuthlich —. „Dies war ein Punkt, über den die Engländer, welche nur zu geneigt sind, alle anderen Nationen zu verachten und sich selbst zu überschätzen, sehr leicht Feuer fingen. So wurde es der allgemeine Gegenstand der Unterhaltung, und bei Marleburrough, wo ein beständiges Randivous der englischen Offiziere war, wurde unaufhörlich davon gesprochen.” Ueber Marlborough’s Entlassung schrieb Burnet um die nämliche Zeit: „Der König sagte mir darüber, er habe sehr triftigen Grund zu glauben, daß er sich mit König Jakob ausgesöhnt habe und mit Frankreich in Correspondenz stehe. Gewiß ist, daß er alles Mögliche that, um in der Armee und im Volke eine Partei gegen die Holländer zu bilden.”
Es ist interessant, diese einfache Erzählung, welche geschrieben wurde als die Thatsachen noch neu waren, mit der entstellten Erzählung zu vergleichen, welche Burnet viele Jahre später, als Marlborough mit den Whigs eng verbunden war und dem Lande große und glänzende Dienste leistete, für die Oeffentlichkeit vorbereitete. Burnet II. 90.
Die Herzogin von Marlborough hatte die Frechheit in ihrer Vindication zu erklären, „sie habe nie erfahren können, welchen Grund der König für die Entziehung seiner Gunst angebe.” Sie spricht die Vermuthung aus, daß Young’s Fälschung die Ursache gewesen sein mag. Nun muß sie aber gewußt haben, daß Young’s Fälschung erst einige Monate nach der Ungnade ihres Gatten begangen wurde. Ueberhaupt war es traurig bestellt um ihr Gedächtniß, eine Gabe, von der man sprichwörtlich sagt, daß Leute ihrer Klasse derselben sehr nöthig bedürfen. Ihr eignes Buch überführt sie der Lüge. Sie giebt uns einen Brief von Marien an Anna, in welchem Marie sagt: „Ich brauche die Veranlassung nicht zu wiederholen, welche Mylord Marlborough dem Könige gegeben, um das zu thun was er gethan hat.” Aus diesen Worten geht klar hervor, daß Anna die Veranlassung kannte. Hätte sie dieselbe nicht gekannt, so würde sie es gewiß in ihrer Antwort gesagt haben. Ihre Antwort ist vorhanden und sie enthält kein Wort über diesen Gegenstand. Sie kannte also die Veranlassung, und ist es wohl möglich zu glauben, daß sie dieselbe vor ihrer geliebten Mrs. Freeman geheimhielt?
[46] Meine Mittheilungen über diese Vorgänge habe ich der Erzählung der Herzogin von Marlborough entnehmen müssen, einer Erzählung die man mit fortwährendem Mißtrauen lesen muß, ausgenommen da wo sie, wie es oft der Fall ist, ein Beispiel von ihrer eignen Bosheit und Unverschämtheit erzählt.
[47] The Duchess of Marlborough’s Vindication; Dartmouth’s Note zu Burnet II. 92; Verses of the Night Bellman of Piccadilly and my Lord Nottingham’s Order thereupon, 1691. Es giebt auch ein beißendes Pasquill auf Lady Marlborough von demselben Jahre, betitelt: The Universal Health, a true Union to the Queen and Princess.
[48] Man darf nicht glauben, daß Anna den Shakespeare las. Ohne Zweifel hatte sie oft die Enchanted Island gesehen. Dieses jämmerliche rifacimento des „Sturmes” war damals wegen der Maschinerie und der Dekorationen in der Stadt sehr beliebt.
[49] Burnet MS Harl. 6584.
[50] Die Geschichte eines mißglückten Versuchs, über diesen Gegenstand Gesetze zu geben, kann in den Protokollen der Gemeinen von 1692/93 nachgelesen werden.
[51] North’s Examen.
[52] North’s Examen; Ward’s London Spy; Crosby’s English Baptists, Vol. III. chap. 2.