[31.] Drei damals entworfene Stimmlisten sind noch vorhanden; eine befindet sich in den französischen Archiven, die beiden anderen in den Archiven der Familie Portland. In diese Listen sind die Peers unter drei Rubriken eingetragen: Für Aufhebung des Testes, gegen die Aufhebung, und zweifelhaft. Nach der einen Liste waren 31 für, 86 gegen und 20 zweifelhaft; nach der zweiten 33 für, 87 gegen und 19 zweifelhaft; nach der dritten 35 für, 92 gegen und 10 zweifelhaft. Abschriften der drei Listen befinden sich unter den Mackintosh-Manuscripten.

[32.] Im Britischen Museum befindet sich ein Brief von Dryden an Etherege vom Februar 1688. Ich entsinne mich nicht, ihn gedruckt gesehen zu haben. „Ach,“ sagt Dryden, „möchte doch unser König durch sein eignes Beispiel zu edler Muße aufmuntern, wie sein Vorgänger hochseligen Andenkens es that. Mich dünkt er wird mit all’ seinem Geschäftseifer die Angelegenheiten nicht fördern.“

[33.] Barillon, 29. Aug. (8. Sept.) 1687.

Jakob beschließt, ein bestochenes Parlament zusammenzusetzen. [Trotz] alledem beschloß Jakob, seinen Weg beharrlich zu verfolgen. Die Zustimmung eines freien und gesetzlichen Parlaments zu erlangen, war offenbar unmöglich; aber nicht ganz unmöglich war es, durch Bestechung, Einschüchterung, gewaltthätige Anwendung der Prärogative und betrügerische Rechtsverdrehungen eine Versammlung zu Stande zu bringen, die sich ein Parlament nennen konnte und bereit war, jeden Befehl des Souverains als Gesetz zu registriren. Es mußten Wahlbeamte ernannt werden, die den geringsten Vorwand benutzten, um Freunde des Königs für rechtsgültig gewählt zu erklären. Jedem Angestellten, von den höchsten bis zu den niedrigsten, mußte zu verstehen gegeben werden, daß, wenn er sein Amt behalten wolle, er diesmal den Thron durch seine Stimme und seinen Einfluß unterstützen müsse. Zu gleicher Zeit mußte die Hohe Commission ein scharfes Auge auf die Geistlichkeit haben. Die Wahlorte, welche erst kürzlich reorganisirt worden waren, um dem einen Zwecke zu dienen, konnten noch einmal umgestaltet werden, um einem andren zu dienen. Auf diese Weise hoffte der König im Hause der Gemeinen eine Majorität zu erlangen. Das Oberhaus war dann ganz in seiner Gewalt, denn er hatte das unbestrittene gesetzliche Recht, Peers nach seinem Gutdünken zu ernennen, und er war fest entschlossen, von diesem Rechte Gebrauch zu machen. Er wünschte zwar nicht, was auch kein Souverain wünschen kann, die höchste Ehrenbezeigung, welche die Krone zu verleihen vermag, werthlos zu machen; aber er schmeichelte sich mit der Hoffnung, daß es ihm durch Einberufung einiger nächster Erben in die Versammlung, in der sie doch früher oder später einmal ihren Sitz einnehmen mußten, und durch Verleihung englischer Adelstitel an schottische und irische Lords gelingen werde, sich eine Majorität zu sichern; ohne so viele Leute in den Adelsstand erheben zu müssen, daß dadurch die Adelskrone und der Hermelin an Ansehen verloren. Indessen hatte er sich vorgenommen, im Nothfall auch zu den äußersten Mitteln zu greifen. Als in einer zahlreichen Gesellschaft einmal die Meinung ausgesprochen wurde, daß sich die Peers unfügsam zeigen würden, sagte Sunderland zu Churchill: „Wie einfältig! Ihre Garde wird vor dem Hause der Lords stehen.“[34]

Nachdem Jakob beschlossen hatte, ein corrumpirtes Parlament zusammenzubringen, ging er energisch und planmäßig an die Ausführung. Es erschien in der Gazette eine Proklamation, welche ankündigte, daß der König sich entschlossen habe, die Bestallungen der Friedensrichter und der Grafschaftsstatthalter einer Revision zu unterwerfen und daß nur diejenigen Gentlemen im Staatsdienste bleiben sollten, welche geneigt waren, seine Politik zu unterstützen[35]. Ein Ausschuß von sieben Geheimräthen saß in Whitehall, um, wie man sich ausdrückte, die Municipalkörperschaften zu reguliren. In diesem Ausschusse vertrat Jeffreys allein das protestantische, Powis das gemäßigte katholische Interesse. Alle anderen Mitglieder gehörten der jesuitischen Faction an. Unter ihnen befand sich auch Petre, der in den Geheimen Rath vereidigt worden war. Seine Ernennung war bis zum factischen Antritt dieser Function vor Jedermann, mit alleiniger Ausnahme Sunderland’s, sorgfältig geheim gehalten worden. Der öffentliche Unwille über diese abermalige Verletzung des Gesetzes äußerte sich laut, und man bemerkte, daß die Katholiken sie noch rücksichtsloser tadelten als die Protestanten. Der eitle und ehrgeizige Jesuit war jetzt beauftragt, die Hälfte der Wahlkörper des Reichs aufzulösen und neu zu organisiren.

[34.] Lord Bradford, welcher anwesend war, erzählte dies Dartmouth; Note zu Burnet I. 755.

[35.] London Gazette, Dec. 12, 1687.

Die Regulatoren. [Unter] der Oberleitung des Ausschusses der Geheimräthe stand ein aus thätigen Agenten untergeordneten Ranges gebildeter Unterausschuß, der die Einzelheiten des Geschäfts zu besorgen hatte, und im ganzen Lande waren örtliche Ausschüsse von Regulatoren errichtet, welche mit dem Centralcomité in Westminster correspondirten.[36]

Die Personen, auf deren Unterstützung Jakob bei diesem neuen und schwierigen Unternehmen hauptsächlich rechnete, waren die Lordlieutenants. Sie erhielten sämmtlich den schriftlichen Befehl, sich unverweilt in ihre respectiven Grafschaften zu begeben. Dort sollten sie alle ihre Stellvertreter und Friedensrichter vor sich laden und ihnen eine Reihe Fragen vorlegen, um zu erfahren, wie sie sich bei einer allgemeinen Wahl verhalten würden. Die Antworten sollten sie niederschreiben und der Regierung einsenden. Ferner sollten sie ein Verzeichniß derjenigen Katholiken und protestantischen Dissenters anfertigen, welche für die Richterbank und für die Commandos in der Miliz am geeignetsten erschienen. Auch sollten sie die Stimmung aller Wahlorte der Grafschaft untersuchen und Berichte darüber einsenden, welche den Regulatoren bei ihrer Arbeit als Leitfaden dienen konnten. Schließlich war ihnen bedeutet, daß sie alle diese Pflichten in Person zu vollziehen hätten und keine Stellvertreter mit der Ausführung beauftragen dürften.[37]

[36.] Bonrepaux an Seignelay, 14.(24.) Nov.; Citters, 15.(25.) Nov.; Lords’ Journals, Dec. 20. 1689.