Es war dunkel geworden, als die Jury sich zurückzog, um über ihren Schiedsspruch zu berathen. Diese Nacht war eine Nacht voll ängstlicher Spannung. Es existiren noch einige Briefe, welche während jener Stunden der Ungewißheit abgesendet wurden und die daher ein ganz besonderes Interesse haben. „Es ist sehr spät,“ schrieb der päpstliche Nuntius, „und noch ist die Entscheidung nicht bekannt. Die Richter und die Angeklagten haben sich nach Hause begeben, die Geschwornen aber bleiben beisammen. Morgen werden wir den Ausgang dieses wichtigen Kampfes erfahren.“
Der Prokurator der Bischöfe brachte mit einer Anzahl Bedienten die ganze Nacht auf der Treppe zu, welche nach dem Berathungszimmer der Geschwornen führte. Es war durchaus nothwendig, die an den Thüren Wache haltenden Beamten scharf zu beobachten, denn man vermuthete, daß sie von der Regierung gewonnen waren, und sie konnten daher, wenn sie nicht sorgfältig bewacht wurden, einen höfisch gesinnten Geschwornen mit Speise und Trank versehen, so daß er dann im Stande war, seine elf Collegen auszuhungern. Es wurde daher strenge Wache gehalten und nicht einmal ein Licht, um eine Pfeife anzuzünden, eingelassen. Gegen vier Uhr Morgens ließ man einige Becken mit Wasser zum Waschen passiren. Die vor Durst verschmachtenden Geschwornen tranken gierig die Gefäße aus. Die umliegenden Straßen waren bis zum Morgen von einer großen Volksmenge angefüllt. Von Stunde zu Stunde kam ein Bote von Whitehall um sich nach dem Stande der Sache zu erkundigen. Verschiedene Male hörte man drinnen im Zimmer einen heftigen Wortstreit; aber etwas Gewisses erfuhr man nicht.[127]
Zuerst waren neun für die Freisprechung und drei für die Verurtheilung. Zwei von der Minorität gaben bald nach; Arnold aber beharrte auf seinem Ausspruche. Thomas Austin, ein reichbegüterter Landgentleman, der die Zeugenaussagen und Reden aufmerksam verfolgt und sich ausführliche Notizen gemacht hatte, wollte die Sache mit ihm speciell erörtern. Arnold aber lehnte dies ab, indem er ärgerlich sagte, er sei nicht gewöhnt zu raisonniren und zu debattiren, sein Gewissen gestatte ihm nicht, die Bischöfe freizusprechen. „Wenn Sie dabei beharren,“ sagte Austin, „so sehen Sie mich an. Ich bin der Größte und Stärkste von uns Zwölfen; ehe ich aber eine Petition wie diese als ein Libell anerkenne, bleibe ich hier, bis ich nicht mehr dicker bin als ein Pfeifenrohr.“ Es war sechs Uhr Morgens, als Arnold endlich nachgab. Es wurde bald bekannt, daß die Geschwornen einig waren; wie aber ihr Ausspruch lautete, war noch ein Geheimniß.[128]
Um zehn Uhr versammelte sich der Gerichtshof wieder. Das Gedränge war noch ärger als am vorigen Tage. Die Geschwornen erschienen in ihrer Loge und es trat eine lautlose Stille ein.
[118.] Clarendon’s Diary, June 21. 1688.
[119.] Gitters, 26. Juni (6. Juli) 1688.
[120.] Johnstone, 2. Juli 1688.
[121.] Johnstone, 2. Juli 1688.
[122.] Johnstone, 2. Juli 1688. Der Herausgeber von Levinz’s Reports drückt seine große Verwunderung darüber aus, daß Levinz nach der Revolution nicht wieder in sein Richteramt eingesetzt wurde. Die von Johnstone erzählten Thatsachen können dies anscheinende Ungerechtigkeit vielleicht erklären.
[123.] Ich schließe dies aus einem Briefe von Compton an Sancroft vom 12. Juni.