[124.] Revolution Politics.

[125.] Der Ausdruck eines Augenzeugen. Er findet sich in einem Neuigkeitsbriefe in der Mackintosh-Sammlung.

[126.] Siehe den Prozeß in der Collection of State Trials. Einiges habe ich auch von Johnstone und Citters entlehnt.

[127.] Johnstone, 2. Juli 1688; Brief von Mr. Ince an den Erzbischof, datirt von sechs Uhr Morgens; Tanner MS.; Revolution Politics.

[128.] Johnstone, 2. Juli 1688.

Das Verdict der Geschwornen; Freude des Volks. [Sir] Samuel Astry sprach: „Finden Sie die Angeklagten oder einen von ihnen des Vergehens, dessen sie angeklagt sind, schuldig oder nicht schuldig?“ Sir Roger Langley antwortete: „Nicht schuldig.“ Sobald diese Worte über seine Lippen waren, sprang Halifax auf und schwenkte seinen Hut. Auf dieses Zeichen brachen alle Bänke und Gallerien in donnernden Beifallsjubel aus. Im nächsten Augenblick stimmten die zehntausend Menschen, welche die große Halle füllten, mit noch lauterem Jubel ein, von dem die alte eichene Decke erdröhnte, und noch einen Augenblick, so ließ die draußen versammelte Menge ein drittes Hurrah erschallen, das man in Templebar hören konnte. Die Böte, welche den Fluß bedeckten, antworteten mit gleicher Begeisterung, ein Kanonenschlag knallte auf dem Wasser, dann wieder einer und wieder einer, und so flog die frohe Nachricht binnen wenigen Augenblicken über den Savoy und über die Friars hinaus bis zur Londonbrücke und zu dem Mastenwalde der jenseit derselben liegenden Schiffe. Wohin die Botschaft kam, brachen Straßen und Squares, Marktplätze und Kaffeehäuser in Freudenjubel aus. Der Jubel aber war minder auffallend, als die Thränen. Denn die Gefühle der Leute waren so angespannt worden, daß selbst die kalte, an Äußerungen von Gemüthsbewegung wenig gewöhnte englische Natur überwältigt wurde und Tausende vor lauter Freude schluchzten. Inzwischen sprengten von den Endpunkten der Menge Reiter fort, um die Kunde von dem Siege der Kirche und der Nation durch alle Hauptstraßen zu verbreiten. Aber selbst dieser gewaltige Ausbruch der Freude vermochte den hämischen und furchtlosen Sinn des Staatsprokurators nicht zu erschüttern. Er versuchte es, sich in dem betäubenden Lärme Gehör zu verschaffen und forderte die Richter auf, Diejenigen, welche durch ihr Geschrei die Würde des Gerichtshofes verletzt hatten, verhaften zu lassen. Einer aus der jubelnden Menge wurde wirklich festgenommen. Indessen sah das Tribunal doch ein, daß es geradezu lächerlich gewesen wäre einen Einzelnen für eine Übertretung zu bestrafen, welche Hunderttausende begangen hatten, und entließ ihn daher wieder mit einem leichten Verweis.[129]

Es war jetzt nicht daran zu denken, etwas Andres vorzunehmen, denn das Getöse der Menge war so arg, daß man eine halbe Stunde lang im Gerichtssaale kein Wort verstehen konnte. Williams stieg unter einem Sturme von Zischen und Verwünschungen in seinen Wagen. Cartwright, der eine unbezähmbare Neugierde besaß, hatte die Thorheit und Unschicklichkeit begangen, nach Westminster zu kommen, um zu hören, wie das Urtel ausfallen würde. Man erkannte ihn an seiner Priestertracht und seiner Korpulenz und verfolgte ihn durch die ganze Halle mit Geschrei. „Nehmt Euch vor dem Wolfe in Schafskleidern in Acht,“ sagte Einer. „Platz für den Mann mit dem Papst im Bauche!“ rief ein Andrer.[130]

Die freigesprochenen Prälaten flüchteten sich vor der Menge, die sie um ihren Segen bat, in die nächste Kapelle, wo eben Gottesdienst gehalten wurde. Viele Kirchen der Hauptstadt waren an diesem Morgen geöffnet und wurden von vielen Andächtigen besucht. In allen Kirchspielen der City und der Vorstädte gingen die Glocken. Unterdessen konnten sich die Geschwornen kaum einen Weg aus der Halle bahnen. Von Hunderten mußten sie sich die Hand drücken lassen. „Gott segne Euch,“ rief das Volk; „Gott segne Eure Familien! Ihr habt wie brave Gentlemen gehandelt und uns Alle heute gerettet.“ Während die Peers, welche zur Unterstützung der guten Sache herbeigekommen waren, fortfuhren, warfen sie Hände voll Geld unter die Menge und hießen sie auf das Wohl des Königs, der Bischöfe und der Geschwornen trinken.[131]

Der Generalfiskal überbrachte die Nachricht Sunderland, der sich gerade mit dem Nuntius unterhielt. „Seit Menschengedenken,“ sagte Powis, „hat man nicht einen solchen Jubel und so viel Freudenthränen gesehen wie heute“.[132] Der König hatte am Morgen das Lager auf der Hounslowhaide besucht. Sunderland schickte sofort einen Courier mit der Botschaft an ihn ab. Jakob befand sich in Feversham’s Zelte, als der Expresse ankam. Er war sehr ärgerlich über die Nachricht und rief auf Französisch aus: „Sie sollen es bereuen!“ Er brach sogleich nach London auf. So lange er anwesend war, hielt der Respekt die Soldaten ab, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen; kaum aber hatte er das Lager verlassen, so hörte er hinter sich ein lautes Jubelgeschrei. Er wunderte sich darüber und fragte, was das bedeute. „Es ist nichts,“ erhielt er zur Antwort, „die Soldaten freuen sich nur über die Freisprechung der Bischöfe.“ — „Das nennen Sie nichts?“ sagte der König und wiederholte dann noch einmal: „Sie sollen es bereuen!“[133]

Er hatte in der That Ursache, verstimmt zu sein, denn seine Niederlage war vollständig und im höchsten Grade demüthigend. Wären die Prälaten auf Grund mangelhaften Beweises freigesprochen worden, etwa weil sie die Petition nicht in Middlesex geschrieben hatten, oder weil es ihnen streng nach den Regeln des Gesetzes nicht bewiesen werden konnte, daß sie dem Könige die Petition, um dessentwillen sie in Untersuchung waren, überreicht hatten, so würde die Prärogative keinen Stoß erhalten haben. Zum Glück für das Land aber war die Thatsache der Veröffentlichung vollkommen festgestellt worden und die Vertheidiger der Angeklagten hatten daher das Dispensationsrecht angreifen müssen. Dies hatten sie mit großer Gelehrsamkeit, Beredtsamkeit und Kühnheit gethan. Die Anwälte der Krone waren, wie allgemein anerkannt wurde, in dem Kampfe unterlegen. Nicht ein einziger Richter hatte die Indulgenzerklärung für gesetzlich zu erklären gewagt, einer hatte sie sogar in den stärksten Ausdrücken als ungesetzlich bezeichnet. Die ganze Stadt sprach davon, daß die Dispensationsgewalt den Todesstoß bekommen habe. Finch, der den Tag vorher allgemein geschmäht worden war, wurde jetzt allgemein gepriesen. Man sagte, er habe die Sache nicht in einer Weise entschieden sehen wollen, wobei die große Verfassungsfrage auf immer zweifelhaft geblieben wäre. Er habe eingesehen, daß die Freisprechung seiner Klienten ohne Verdammung der Indulgenzerklärung nur ein halber Sieg gewesen sein würde. Es ist gewiß, daß Finch weder die Vorwürfe verdiente, mit denen er überhäuft wurde, so lange der Ausgang noch zweifelhaft war, noch die Lobpreisungen, die ihm gespendet wurden, nachdem derselbe so günstig ausgefallen. Es war thöricht, ihn zu tadeln, weil die Kronanwälte während des von ihm veranlaßten kurzen Verzugs unerwartet einen neuen Zeugen fanden. Eben so thöricht war die Annahme, daß er seine Klienten absichtlich einer Gefahr ausgesetzt habe, um ein allgemeines Prinzip festzustellen, und noch thörichter war es, ihn wegen etwas zu loben, was eine grobe Verletzung seiner Berufspflichten gewesen sein würde.