ich poche unter ihrem warmen Herzen auf.

Ausgesandter Page der schnaubenden Zukunft, mein ins Leben geschwungenes kleines Herz, in dunkler Sendung pocht es bereits, flattert im glühenden Weltall, und in Blut und Kot beschwören schon welterschaffende Strömungen die Gefühls- und Gedankenkeime.

Wenn der Zauber innehielte, und ich nichts anderes würde, als ein versunkenes Herz, das unwissender und schaudernder Weg des Blutes von den Urbächen zu neuen Lebensmeeren wäre? nichts anderes denn ein träumendes Pochen, in dem Seufzen aller versunkenen Leben atmet? eine Harfe im Freien, die vom Wehen wandernder Schmerzen und Freuden gleich ertönt?

kein Gefühl erzwänge Tränen, denn kein Licht flammte auf meine Augen? kein Beben schwänge bis zum Gedanken empor, denn noch hat die Phantasie mein Herz nicht berührt?

wenn ich so verschlossen, in badendem Blut, umarmt vom Fleische in süßer Wiege entschliefe, in mich weder Erwachen, noch Erkenntnis käme?

wenn mein kleines, verheimlichtes Herz, tik-tak, tik-tak, bloß mit flinker Emsigkeit pochte?

wenn aus Dampfdickicht des Blutes meine beiden Pupillen nicht aufäugten? keine Verständnisschnüre der blinden Instinkte Nebelvorhänge belichtend auseinander zögen?

Wachsames Mysterium des Ursprungs, düsteres Wunder, vor dessen versperrender Schwelle die dröhnende Seele niedersinkt, woher, wohin treibst du mich, im Laufe der Zeit?

sprießt aus Zellenmyriaden dampfender Kelche tatsächlich mein Leben hervor? ...

Ich weiß nicht, ist es Wirklichkeit, ist es Traum ... hinter längst geschlossenen, tausendfachen Gardinen, hinter der Dichtesten, Entferntesten, zeigt sich mir in abendlicher Dämmerung die Gestalt einer kleinen Bauernmagd.