„Kleine, kleine Ahornflöte ...“

hartumfriedetes Leid? böses Versprechen auf hundert Jahre? armausgebreitete Sehnsucht nach der entzogenen Rast? zucken sie jetzt über den meertiefen Horizont ihrer Augen??

„Prinzessin war auch ich einmal ...“

Ihre kindliche, anmutige Stimme klingt matt ... Erschließt sich ihrem Gehirn der verborgene Gedanke? begegnen einander Leben, Tod, Zukunft im Herzen meiner Mutter? denkt sie im losgerissenen Wirbel ihrer rauschenden Schmerzen und erschütterten Vorstellungen: an mich?

„Mein Schäferlein ...“

Brennt ihr ungelenk ringender Verstand? hat ihre aufrührerische Seele die Schleusen fortgerissen? fängt ihr träumender Blick die Geheimnisse auf? und fühle, übernehme ich ihr durstiges Auge? ihre an Abgrundgrenzen taumelnde Phantasie?

Schlägt mich der Blick, wie das Licht die im Ozean versunkene Koralle trifft, die ihren tastenden Kranz öffnet, wenn die aus der Dunkelheit auftauchende Sonne sie mit Auferstehung bestrahlt? ...

Und ich werde schon gerufen, wie Straßenstaub von Gottes Hauch ... heult, lauscht, versengt, erstarrt, umarmt, zerstückt um mich herum bereits das Leben? werde ich, noch mit der Nabelschnur verknotet, bereits erweckt? Ich wehre mich mit meinen Armen im treuen Körper meiner Mutter:

„Nicht wissen ... Nicht erwachen ...“

„Nicht wissen, was schlecht ... Nicht wissen, was gut ...“