mit seiner grünberingten, pergamentnen Hand winkte der rote Bischof Segen; auf dem großen Altarbild breiteten sich die Flügel der weißen Taube aus ...

der hebräische Gesang entflog meinem warmen Mund ...

Wie war meine Stimme? ... sie schmettert, tönt, läuft um meine Ohren herum, mein kleiner Körper strafft sich elastisch, meine frische Brust wölbt sich aus der engen Weste hervor, mein weißer Hals wird statuesk, und mit einemmal wird mein Gehirn, mein Auge, mein Herz von Glut erfaßt; herausgeschmettert ist meine Stimme; sie jauchzt, fällt ab, wie der vollkommene Augenblick, in dem Mann und Weib ineinander Leben überströmen lassen; bis hierher höre ich sie ... heraustönend aus dem Dickicht, das mich nunmehr mit altem Laub umwächst, und herüber winkt zu mir die Jugend, wie wenn den auf dem Ufer Lungernden von den sich entfernenden weißen Segeln einer Jacht Abschied gewinkt wird ...

Wie war meine Stimme? ...

O Stimme, die die meine gewesen, deren Klingen ich gehört, die keuchend gejammert wie der Kummer, der mit seinen Ranken die Meinen ewig gedrosselt; o Stimme, die die meine gewesen, gläserner Gartenglocken Erbeben, das mit allmählichem Ersterben in Trostlosigkeit untergeht; wie war meine Stimme? ...

Mein Gesicht zuckt ...

Draußen, um meine Körperlichkeit herum, an weißen Tischen ein Zickzack von Menschen. Sie werfen mit ihrer tonlosen Freude, mit ihrem verschwisternden Rausch, dessen Fühler mich in die fremde Gemeinsamkeit rufen, werfen so ihre Harpune nach mir aus.

Auf meinem Gesicht Larve des Lächelns, ich zeige sie unwillkürlich, diese schlechte Maske der Fröhlichkeit; mein abgewandtes Bewußtsein träumt von Linderung, doch meine ausgelieferte Körperlichkeit ist zwischen Menschen geklemmt und übernimmt aus unermeßlicher Ferne ihre Wildheit ...

Auf meinem starren Gesicht zuckt das Lächeln; mein Mund krümmt sich, mein Auge wird klein, mein Kinn rundet sich lächelnd ...

Worüber freuen sich eigentlich die Leute?