Sergius [rasch]: Nein, nein, wie können Sie nur so etwas denken! Raina [beschämt]: Verzeihen Sie, mein Lieber, es war nur ein Scherz; ich bin heute so glücklich. [Er geht rasch auf sie zu und küßt ihr reumütig die Hand. Katharina erscheint auf der obersten Stufe der aus dem Hause führenden Treppe und ruft nach ihnen.]
Katharina [zu ihnen hinunterkommend]: Ich bedaure, euch stören zu müssen, Kinder, aber mein Mann ist in Verzweiflung über jene drei Regimenter; er weiß nicht, wie er sie nach Philippopel befördern soll, und er widerspricht jedem meiner Vorschläge. Sie müssen kommen und ihm helfen, Sergius; er ist in der Bibliothek.
Raina [enttäuscht]: Aber wir wollen eben spazierengehen.
Sergius: Es wird nicht lange dauern, bitte, warten Sie auf mich genau fünf Minuten. [Er läuft die Treppe zur Tür hinauf.]
Raina [folgt ihm bis an den Fuß der Treppe und blickt ihm mit schüchterner Koketterie nach]: Ich werde unter den Fenstern der Bibliothek auf und ab gehen, so daß man mich sehen kann, und warten. Sie müssen Vaters Aufmerksamkeit auf mich lenken. Wenn Sie aber eine Sekunde länger als fünf Minuten ausbleiben, dann werde ich hineinkommen und Sie holen—Regimenter hin, Regimenter her!
Sergius [lachend:] Abgemacht! [Er geht hinein, Raina folgt ihm mit den Augen, bis er verschwunden ist; dann geht sie mit sichtlich abgespanntem Wesen im Garten auf und ab, in düsteres Sinnen verloren.]
Katharina: Was sagst du dazu, daß sie gerade diesem Schweizer begegnen mußten und nun die ganze Geschichte wissen! Das allererste, wonach dein Vater verlangt hat, war der alte Rock, in dem wir diesen Menschen fortgeschickt haben. Du hast uns da eine schöne Suppe eingebrockt!
Raina [blickt im Gehen gedankenvoll auf den Kies]: Das kleine
Ungeheuer!
Katharina: Kleines Ungeheuer! wer ist ein kleines Ungeheuer?
Raina: Hinzugehen und alles zu erzählen,,, oh, wenn ich ihn bloß hier hätte, ich würde ihm den Mund mit Schokolade so vollstopfen, daß er nie wieder reden könnte.