Katharina: Sprich nicht solchen Unsinn, Raina. Sag' mir lieber die Wahrheit: Wie lange war er schon in deinem Zimmer, als du zu mir gekommen bist?
Raina [kehrt schnell um und setzt ihren Marsch in der entgegengesetzten Richtung fort]: Das habe ich längst vergessen.
Katharina: Das kannst du nicht vergessen haben. Ist er wirklich heraufgeklettert, als die Soldaten fort waren, oder war er schon da, als der Offizier das Zimmer durchsuchte?
Raina: Nein,,, ja,,, Ich glaube, er muß schon dagewesen sein.
Katharina: Du glaubst! O Raina, Raina, wirst du jemals lernen aufrichtig zu sein? Wenn Sergius das erfährt, ist es aus zwischen euch.
Raina [mit kalter Impertinenz]: Oh, ich weiß, Sergius ist dein
Liebling. Manchmal wünschte ich, du könntest ihn heiraten an meiner
Stelle. Du würdest auch vortrefflich zu ihm passen, du würdest ihn
verzärteln und verziehen und aufpäppeln nach Herzenslust.
Katharina [mit weit aufgerissenen Augen]: Meiner Treu, das ist stark!
Raina [kapriziös, halb zu sich selbst]: Mich reizt es immer, ihm etwas anzutun oder etwas zu sagen, was ihn verletzt—und um seine fünf Sinne bringt. [Zu Katharina, störrisch]: Es ist mir ganz einerlei, ob er etwas über den Pralinésoldaten erfährt oder nicht! Halb und halb wünsche ich es sogar. [Sie wendet sich wieder ab und geht leichtfüßig in der Richtung gegen die Ecke des Hauses.]
Katharina: Und was sollte ich deinem Vater sagen?
Raina [über ihre Schulter, oben von der Treppe aus]: Der arme Papa! als ob der sich selbst helfen könnte! [Sie geht um die Ecke und verschwindet.]