Katharina [ihr nachblickend, während es ihr in den Fingern zuckt]: Oh, wenn du nur zehn Jahre jünger wärst! [Louka kommt aus dem Hause und trägt einen Präsentierteller in der herabhängenden Hand.] Was gibt's?

Louka: Ein Herr ist draußen, gnädige Frau, und hat nach Ihnen gefragt—ein serbischer Offizier.

Katharina [außer sich]: Ein Serbe! Und er wagt es,,, [Faßt sich; bitter]: Oh, ich vergaß, wir haben ja Frieden jetzt! Wir werden sie nun wohl jeden Tag empfangen und uns von ihnen den Hof machen lassen müssen. Aber wenn er Offizier ist, warum meldest du ihn nicht dem Herrn—er ist mit dem Major Saranoff in der Bibliothek—, warum kommst du zu mir?

Louka: Weil er nach Ihnen gefragt hat, gnädige Frau. Aber ich glaube nicht, daß er weiß, wer Sie sind. Er sagte: "für die Dame des Hauses" und gab mir dieses kleine Billett. [Sie nimmt eine Karte aus ihrer Bluse, legt sie auf den Präsentierteller und bietet sie Katharinen.]

Katharina [lesend]: Kapitän Bluntschli—das ist ein deutscher Name.

Louka: Ich glaube, ein Schweizer Name, gnädige Frau!

Katharina [mit einem Satz, vor dem Louka eiligst zurückweicht]:
Schweizer! wie sieht er aus?

Louka [schüchtern]: Er trägt eine große Reisetasche, gnädige Frau.

Katharina: Großer Gott! er kommt am Ende, um den Rock zurückzugeben,,,
Schick' ihn fort—schnell! Sag' ihm, daß wir nicht zu Hause sind.
Verlange seine Adresse, und ich werde ihm schreiben,,, Nein, nein,
bleib hier, das geht ja nicht,,, warte,,, [Sie wirft sich in einen
Sessel, um darüber nachzudenken, Louka wartet.] Mein Mann und Major
Saranoff sind in der Bibliothek beschäftigt, nicht wahr?

Louka: Jawohl, gnädige Frau.