Louka: Entschuldigen Sie, gnädige Frau, alle Fenster müssen geschlossen und alle Läden verriegelt werden. Man sagt, daß vielleicht in den Straßen geschossen werden wird. [Raina und Katharina erheben sich gleichzeitig erschrocken.] Die Serben werden durch den Paß zurückgejagt, und es heißt, sie könnten sich in die Stadt flüchten. Unsere Kavallerie wird ihnen nachsetzen, und Sie können sicher sein, daß unser Volk sie gebührend empfangen wird; jetzt, wo sie davonlaufen. [Sie geht auf den Balkon hinaus, schließt die Außenläden und tritt dann in das Zimmer zurück.]

Raina: Ich wollte, unsere Leute wären nicht so grausam. Was ist das für ein Ruhm, arme Flüchtlinge niederzumachen?

Katharina [geschäftig, sich ihrer häuslichen Pflichten erinnernd]:
Ich muß zusehen, daß unten alles in Sicherheit gebracht wird.

Raina [zu Louka]: Laß die Läden so, daß ich sie schnell schließen kann, sobald ich irgendwelchen Lärm höre.

Katharina [strenge, während sie ihren Weg nach der Tür fortsetzt]: O nein, mein Kind, die Läden müssen verriegelt bleiben; du würdest sicher darüber einschlafen und sie offen lassen. Riegele sie ganz zu, Louka.

Louka: Jawohl, gnädige Frau. [Sie schließt sie.]

Raina: Sei ohne Sorge meinetwegen, sobald ich einen Schuß höre, werde ich die Kerzen auslöschen, mich in mein Bett verkriechen und die Decke über die Ohren ziehen.

Katharina: Das klügste, was du tun kannst, liebes Kind. Gute Nacht.

Raina: Gute Nacht, Mama. [Sie küssen einander, und Rainas Ergriffenheit kehrt für einen Augenblick zurück.] Beglückwünsche mich zu der schönsten Nacht meines Lebens—wenn nur die Flüchtlinge nicht wären.

Katharina: Geh zu Bett, Liebling, und denk nicht daran. [Geht ab.]