Raina [ihn von oben herab ansehend]: Sie beleidigen mich, Herr
Hauptmann!
Bluntschli: Dafür kann ich nichts. Wenn Sie diese edle Haltung annehmen und in so hohem Tone sprechen, dann bewundere ich Sie—aber es ist mir unmöglich, Ihnen auch nur ein Wort zu glauben!
Raina [stolz]: Hauptmann Bluntschli!
Bluntschli [unbeweglich]: Sie befehlen?
Raina [geht ihm ein wenig entgegen, als ob sie ihren Ohren nicht traute]: MEINEN Sie das, was Sie eben gesagt haben? WISSEN Sie, was Sie eben gesagt haben?
Bluntschli: Ganz genau.
Raina [keuchend]: Ich! Ich!! [Sie zeigt ungläubig auf sich, als wollte sie sagen: "Ich Raina Petkoff, bin eine Lügnerin." Er begegnet ihrem Blick unerschütterlich, plötzlich setzt sie sich neben ihn und geht mit vollkommenem Wechsel ihres Benehmens von ihrer aufgebrachten zu einer vertraulichen Art und Weise über.] Wie haben Sie mich so schnell durchschaut?
Bluntschli [sofort]: Instinkt, gnädiges Fräulein, Instinkt und
Welterfahrung!
Raina [verwundert]: Wissen Sie, daß Sie der erste Mann in meinem
Leben sind, der mich nicht ernst genommen hat?
Bluntschli: Sie meinen, nicht wahr, daß ich der erste Mann bin, der
Sie ganz ernst nimmt?