Bluntschli [starrt ihn an, bleibt aber ganz gemütlich sitzen]: Ich danke Ihnen. Das ist der Vorschlag eines Kavalleristen. Ich bin Artillerist und habe die Wahl der Waffen. Wenn ich komme, so bringe ich eine Mitrailleuse mit. Aber diesmal wird kein Irrtum mit der Munition sein, verlassen Sie sich darauf.
Sergius [errötend, aber mit tödlicher Kälte]: Nehmen Sie sich in acht,
Herr, es ist nicht unsere Gewohnheit in Bulgarien, mit solchen
Einladungen Scherz treiben zu lassen.
Bluntschli [warm]: Bah, reden Sie mir nicht von Bulgarien, Sie wissen ja gar nicht, was "kämpfen" heißt. Aber meinetwegen. Bringen Sie Ihren Säbel mit. Ich werde dort sein.
Sergius [sehr entzückt, in seinem Gegner einen Mann von Mut zu finden]: Schön gesprochen, Schweizer. Soll ich Ihnen mein bestes Pferd leihen?
Bluntschli: Nein, der Teufel hole Ihr bestes Pferd! Immerhin danke ich Ihnen, lieber Freund. [Raina kommt herein und hört den nächsten Satz.] Ich werde Sie zu Fuß erwarten; zu Pferde ist das zu gefährlich; ich will Sie nicht töten, wenn ich es vermeiden kann.
Raina [läuft ängstlich nach vorn]: Ich habe gehört, was Hauptmann
Bluntschli eben gesagt hat, Sergius! Ihr wollt euch schlagen! warum?
[Sergius wendet sich schweigend ab, geht nach dem Ofen und
beobachtet sie, während sie, zu Bluntschli gewendet, fortfährt]:
Weswegen?
Bluntschli: Ich weiß nicht, er hat es mir nicht anvertraut. Mischen Sie sich lieber nicht ein, verehrtes Fräulein, es wird kein Unglück geschehen; ich habe schon oft als Fechtlehrer gedient. Er wird nicht imstande sein, mich zu berühren, und ich werde ihm nicht weh tun. Das wird immerhin Auseinandersetzungen ersparen. Morgen früh werde ich dann auf der Heimreise sein, und Sie werden mich niemals wiedersehen oder je von mir hören. Sie werden die Sache dann schon mit ihm ins reine bringen; und nachher werden Sie glücklich miteinander leben.
Raina [wendet sich tief verletzt ab; beinahe mit einem Seufzer in ihrer Stimme]: Ich habe nie gesagt, daß ich Sie wiederzusehen wünsche.
Sergius [vorwärtsschreitend]: Ha, das ist ein Geständnis!
Raina [hoheitsvoll]: Was meinen Sie damit?