Sergius [rätselvoll]: Die Welt ist kein so unschuldiger Ort, wie wir früher glaubten, Petkoff.

Bluntschli [sich erhebend]: Schon gut, Herr Major: ich bin der Pralinésoldat. [Petkoff und Sergius sind beide erstaunt.] Diese liebenswürdige junge Dame hat mir das Leben gerettet! Sie gab mir Schokolade, als ich am Verhungern war; werde ich jemals ihren Duft vergessen! Mein verstorbener Freund Stolz hat Ihnen die Geschichte in Pirot erzählt—der Flüchtling bin ich!

Petkoff: Sie? [Er schnappt nach Luft.] Sergius, erinnerst du dich, wie sich die beiden Damen benommen haben, als wir die Geschichte heute morgen erzählten? [Sergius lächelt zynisch, Petkoff mustert Raina strenge.] Du bist mir ein nettes Frauenzimmer, das muß ich schon sagen!

Raina [bitter]: Major Saranoff hat seine Ansicht geändert, und als ich diese Worte auf mein Bild schrieb, da wußte ich nicht, daß Hauptmann Bluntschli verheiratet ist.

Bluntschli [fährt heftig protestierend auf]: Ich bin nicht verheiratet!

Raina [sehr vorwurfsvoll]: Sie sagten doch, daß Sie verheiratet wären.

Bluntschli: Das habe ich nicht gesagt, ganz bestimmt nicht; ich war in meinem ganzen Leben nie verheiratet.

Petkoff [außer sich]: Raina! Willst du mir gefälligst sagen,—wenn es nicht zu unbescheiden ist, daß ich frage—mit welchem von diesen beiden Herren du verlobt bist?

Raina: Mit keinem von beiden. Diese junge Dame, [zeigt auf Louka, die sie alle stolz ansieht,] ist jetzt der Gegenstand von Major Saranoffs Neigung.

Petkoff: Louka!? Bist du verrückt geworden, Sergius?—das Mädchen ist doch mit Nicola verlobt.