Nicola [nach vorne kommend]: Entschuldigen Sie, gnädiger Herr, das ist ein Irrtum; Louka ist nicht mit mir verlobt.

Petkoff: Nicht mit dir verlobt, du Schuft—was? Du hast doch von mir am Tage deiner Verlobung fünfundzwanzig Leu bekommen, und sie bekam dieses goldene Armband von Fräulein Raina.

Nicola [mit kalter Salbung]: So haben wir angegeben, aber es war nur ein Schutz für Louka; sie ist zu Höherem geboren, und ich war nichts anderes als ihr vertrauter Diener. Ich habe die Absicht, wie gnädiger Herr wissen, später einen Laden in Sofia aufzumachen: und ich hoffe auf Loukas Kundschaft und Empfehlung für den Fall, daß sie in den Adel hineinheiraten sollte. [Er geht mit sichtlicher Diskretion hinaus, alle starren ihm nach.]

Petkoff [das Schweigen brechend]: Na, ich bin…hm!

Sergius: Das ist entweder edler Heroismus oder kriecherische
Niedrigkeit! Entscheiden Sie, Bluntschli, was ist es?

Bluntschli: Kümmern Sie sich nicht darum, ob es Heldentum oder
Niedrigkeit ist. Nicola ist der fähigste Mann, den ich bis jetzt in
Bulgarien kennen gelernt habe. Ich werde ihn zum Leiter eines Hotels
machen, falls er Deutsch und Französisch sprechen kann.

Louka [bricht plötzlich gegen Sergius los]: Ich bin hier von jedermann beleidigt worden. Sie gingen sogar mit dem Beispiel voran. Sie sind zu einer Entschuldigung verpflichtet! [Sergius kreuzt sofort die Arme über der Brust, wie eine Repetieruhr, deren Feder berührt wurde.]

Bluntschli [bevor Sergius etwas sagen kann]: Vergebliche Mühe—er entschuldigt sich nie!

Louka: Nicht vor Ihnen, seinesgleichen und seinen Feinden; mir, seiner armen Dienerin, wird er eine Entschuldigung nicht versagen.

Sergius [zustimmend]: Sie haben recht. [Er beugt das Knie; in seiner pathetischesten Weise:] Verzeihen Sie mir.