Die Laterne brennt nun wieder, und der Heinrich hockt vor ihr am Boden, um noch seine Pfeife anzuzünden. Wie er ein wenig zur Seite blickt: „Kreuzmillionen Türkenteufel, da drüben hockt auch wieder der schwarze Höllenspuk und ist womöglich noch größer geworden!“

Vorsichtig richtet sich unser Heinrich auf, aber der Schwarze erhebt sich ebenfalls und wächst hinauf bis in den Himmel. Nun aber ist kein Halten mehr. Der Gespenster-Heinrich erwischt noch schnell seine Laterne, und dann trabt er talwärts, daß der Schnee wie Puder hinter ihm herstiebt.

Und wie er ein Weilchen gelaufen ist, da kommt auch vor ihm wieder eine schwarze Gestalt, aber die ist Gott sei Dank kleiner. Immerhin, heut ist es mal wieder ganz und gar zum Hinwerden, denkt der Heinrich und bleibt wie angewurzelt stehen. Hinten ein großer Teufel, vorn ein kleiner, das ist doch gegen alle Polizeiverordnung. Da kommt der kleine Teufel näher und ruft: „Heinrich, bist du es, mein alter Rabe?“

Dunnerkiel, denkt Heinrich, das ist ja der Doktor! Na, Gott sei Lob und Preis. Und so ist es wirklich. Der Bergwirt hat dem Doktor sagen lassen, daß es ihm schlechter geht, und der brave alte Arzt hat sich darum selber auf die Beine gemacht, um nach dem Manne zu sehn. Er denkt, der Heinrich kommt schon wieder vom Berge zurück, und ist ganz erstaunt, als er hört, daß er noch gar nicht oben war. Da erzählt denn der Gespenster-Heinrich sein schreckliches Erlebnis.

„Heinrich,“ sagt der Doktor, „es ist wirklich doch zum Haarausraufen mit dir! Du wirst jeden Tag dümmer und furchtsamer. Jetzt kommst du mit mir. Wer weiß, was du wieder gesehen hast! Einen verkrüppelten Baum oder einen Felsen, der dir im Nebel wie ein schwarzer Riese erschienen ist. Pass mal auf, wenn ich bei dir bin, ist der Riese fort.“

So steigen sie denn also aufwärts und kommen bald an die Stelle, wo unser Heinrich den greulichen Spuk gesehen hat. Der Nebel ist noch immer da, aber vom Riesen keine Spur.

„Wie war das nun?“ fragt der Doktor.

„Jä,“ sagt der Heinrich, „das war nu so: Also hier hatte ich meine Lampe hingestellt, un will meine Hannschen anziehn, un wo ich nu hinkucke, da steht der Kerl da!“

Damit stellt der Heinrich seine Laterne wieder so hin, wie sie damals stand, und zeigt dann nach vorn, und dann kreischt er los:

„Dunnerschlag und Hagel, Härr Dukter! Da, da is er wieder, na, Deubel ok, jetzt sinn es zwaa!“