„Was mag es nur für Teufelszeug sein, das hier umherwimmelt,“ sagte er zu sich selbst, „sicher sind es Geister. Ich glaube, Geister sind immer etwas grünlich, oder es sind die Seelen Verstorbener, vielleicht in diesem Teufelsmoor Ertrunkener. Gespenster sind es auf jeden Fall, denn sie treiben sich hier zur Nachtzeit umher und belästigen mit ihrem Tausendsapperlot-Getänzel und -Geflunker anständige Christenleute und bringen sie vom richtigen Wege ab. Ich möchte wohl wissen, was mein Herr, der Doktor Horn, nun wieder über diese vermaledeite Türkenteufelei für Sprüchlein machen würde!“

So stand der Gespenster-Heinrich eine ganze Weile unschlüssig, denn er wußte wirklich nicht, wie er sich aus der Klemme ziehen sollte. Zuweilen kamen die seltsamen Flämmchen so nahe heran, daß er sie mit der Hand erwischen konnte, und das tat er in seiner Wut auch mehrmals, aber es geschah nichts weiter, als daß sie wie ein wesenloses Nichts zwischen seinen Fingern verlöschten, wobei auch nicht eine Spur von Wärme zu spüren war.

Heinrich mochte wohl eine Viertelstunde da gestanden haben, als er plötzlich freudig die Ohren spitzte. Irgendwo, aber noch fern, klang es, als ob ein Wagen im Sandweg dahinmahle. Gott sei Dank, er kam langsam näher, und nach einer Weile hörte man auch, daß sich zwei Männer auf dem Wagen unterhielten. Schließlich konnte der Gespenster-Heinrich auch in einiger Entfernung das rötliche Licht der Wagenlaterne erkennen, und nun lief er spornstreichs drauf zu, daß das Wasser nur immer so um ihn her spritzte. Bald hatte er das Gefährt erreicht.

„Hallo, hallo!“ schrie er.

„Hallo!“ antworteten die Leute vom Wagen.

„Geht hier der Weg zum Dorf, und fahrt ihr selber hin?“

„Ei freilich! Wenn Ihr mitwollt, so kommt nur herauf!“

Da sprang der Heinrich schnell auf den Wagen und war seelenvergnügt, es so gut getroffen zu haben.

„Ihr kamt ja aus dem Moor heraus,“ sagte der eine der Bauern, „habt Ihr Euch verlaufen? Da ist es nicht geheuer in der Dunkelheit, denn man ersäuft, ehe man’s recht selbst merkt!“

Und nun erzählte Heinrich, wie es ihm ergangen, und wie ihn die hüpfenden Lichter vom Wege abgeführt.