Wie der leibhaftige Teufel fuhrwerkte er in die Höhle des Demawend hinein. „Bei Allah!“ schrie er, „welch eine Hundekälte ist hier oben. Nicht zum Aushalten. Da lob’ ich mir meine Wüstensonne und den schönen heißen Sand, in dem sich Löwen und Schakale sonnen und die Schlangen ihre Eier ausbrüten. Welch ein elendes Loch das ist! Außerdem bin ich wieder der Erste am Platze. Eh die anderen Kerle kommen, werde ich einen schönen Schnupfen weg haben.“

Darauf schlug er seine breiten Schwingen wie einen Mantel um sich, kauerte verdrießlich in der äußersten Ecke nieder und träumte vor sich hin.

Gegen Mittag rauschte und brauste es in der Höhe, als seien tausend Teufel losgelassen. Die Wolken jagten Sturmvögeln gleich von dannen, der Regen prasselte wie ein Trommelwirbel, der Donner rollte wie Geschützfeuer von hundert Kanonen durch die Berge, und der flammende Strahl des Blitzes zuckte blendend von den Wolken zur Erde. Inmitten eines grauslichen Hagelschauers kam der zweite der Brüder angefegt, der Orkan oder Gewittersturm.

Lachend und Regen und Hagel wie einen Gießbach von seinen bleigrauen Flügeln schüttelnd, tobte er in die Höhle hinein. „Pfui Teufel,“ schnauzte er, „was für eine vermaledeite staubige Luft ist hier drinnen. Beim Vater aller Meere, da wird einem ja die Kehle trocken!“

Da erkannte er endlich den Samum in seiner dunklen Ecke. Er stürmte auf ihn zu. „Bruderherz,“ schrie er mit donnerndem Lachen, „da bist du ja, altes Wüstensandfaß! Zum Millionen-Donnerwetter, daher die Stickluft! Aber es macht nichts, sei mir gegrüßt, Sohn der Sonne!“

„Bei Allah und den Propheten, bleib’ mir vom Leibe,“ zischte der Samum, „welch ein Betragen! Dieses Gepauke und Geblitze, diese Flut von Wasser. Es ist gräßlich. Du riechst nach Fischen und Teer! Bleib’ mir vom Leibe, du weißt, ich kann die Nässe nicht vertragen. Das nächste Mal werden wir uns bei mir im Lande treffen, damit du erst einmal trocken wirst.“

Der Orkan lachte gutmütig. „Du bist noch immer der alte Ofenhocker, mein Junge,“ sagte er, „die ganze Bude hier ist voll Wüstensand, und man sieht nachher wieder aus wie ein Mehlsack, wenn man ins Freie kommt!“

So nörgelten sie noch eine ganze Weile miteinander, bis ein immer stärker werdendes Geräusch ihnen die Ankunft des dritten Bruders anzeigte. Der kam näher und näher, und erschreckt flohen die Menschen drunten in ihre Häuser. Es brüllte in der Luft und rauschte, als wälze sich ein ganzer Ozean heran. Der Himmel war nach Osten zu schwefelgelb, und von Westen her kam eine ungeheure schwarze Wand herangebraust, aus der ein Wolkentrichter bis auf die Erde reichte. Dieser Trichter drehte sich mit rasender Geschwindigkeit, und er saugte alles in sich hinein, über das er hinwegzog, Sand und Kräuter, Dachziegel und Wasserpfützen, und was nicht mitging, das brach er krachend ab, so daß die Bäume unter ihm zusammenknickten wie Zündhölzer. Der Tornado oder Wirbelsturm war es, der verheerend daherkam. Nun aber hatte er die Höhle erreicht, und wie aus der Kanone geschossen, fuhrwerkte er hinein.

Sein Ungestüm war derart, daß der Samum aus seiner Ecke fortgeweht wurde und heulend bis an die Decke der Höhle flog. Den Orkan aber drehte es wie einen Kreisel rundum und kollerte ihn in einen Winkel.

„Himmelhund!“ fluchte er, „das sind wohl amerikanische Ringkämpfermanieren! Laß das, zum Teufel!“