Die Stürme erhoben sich. Sie breiteten ihre Schwingen und machten sich reisefertig.
„Allah sei Preis, daß ich aus eurer kalten Gegenwart erlöst werde!“ sagte der Samum. Er kroch hinaus ins Freie und verschwand, Wärme um sich breitend, gen Süden.
„Lebe wohl, Wüstensandfaß!“ schrie ihm der Orkan nach und brauste mit rollendem Donner und Regengüssen nach Westen zu, dem Lande Europa entgegen.
„Wir haben ein gutes Stück Weges gemeinsam, Eisbart,“ brüllte der Tornado. „Auf zum Dollarlande!“
„Du gehst mir zu schnell,“ winkte der Blizzard ab, „und außerdem ginge es den Menschen übel, wenn wir beide gleichzeitig über ihr Reich hinwegzögen. Geh’ nur voran, wilder Bursche!“
Da heulte der Amerikaner mit Getöse davon, und noch von weitem hörte man ihn brüllen: „Lebe wohl, alter Griesgram und Nußknacker!“
Dieser jedoch zögerte noch ein Weilchen, dann aber flog er in großen Höhen bedächtig seiner fernen Heimat zu, und Schneesternchen rieselten nieder auf die wilden Felsengipfel des Kaukasus.
Die Menschen drunten hörten stundenlang ein wunderliches Brausen hoch droben, wo die Adler kreisen: das Wanderlied der Stürme.
Seht, Kinder,» sagte der alte Ulebuhle, «das war die Geschichte von den Stürmen! Hört ihr, wie der Orkan auf den Schornsteinorgeln spielt? Zieht die Mützen über die Ohren und knöpft die Mäntel zu, und dann trabt heim. Liegt ihr dann im warmen Federbett und hört den Wind an den Fensterladen winseln, so gedenkt im Herzen jener, die da draußen in der weiten Welt, im Ozean, in Felsenbergen, im Sandmeer der Wüste ankämpfen gegen die wilden Burschen aus der Höhle von Demawend.»