Und Erde, liebst du Erden ...“
„Oh jö-hö, gewiß“, versicherte Strindberg, „wenn der Mensch sich transmutiert zu Gott, das ist oberste Alchymie.“ Mir war noch ein ähnlicher Spruch desselben Mystikers eingefallen:
„Die Goldheit machet Gold,
Die Gottheit machet Gott —
Wirst du nicht eins mit ihr,
So bleibst du Blei und Kot!“ —
Strindberg wurde wieder tiefsinnig und meinte fast düster: „Blei und Kot! Jö, das sind wir — wollen aber nicht bleiben so! Und die einsame Silberdistel — wissen Sie, was die ist? Unsere Sehnsucht.“ Seufzend fügte er hinzu: „Und ist meine Dornenkrone — jö-hö!“
Was nun den Polen betrifft, so schien er die Transmutation seines Wesens mehr auf flüssigem Wege erreichen zu wollen, und Olaf vertraute mir die Hypothese an, nach dem Rezepte des Cherubinischen Wandersmanns werde dieser Kognakfreund im Himmelreiche ein Destillierkolben sein. Indessen bewährte sich rührend der musische Adel, der die Söhne Apolls — und Przscki gehörte ja zu ihnen — auch in ihrer Bezechtheit irgendwie an das Schöne gefesselt hält. Przscki behauptete, er müsse jetzt unbedingt ein Klavier haben, um die mystische Stranddistel in Tönen zu feiern. Übrigens sei es an der Zeit, daß man sich in Pilsener abkühle, und ich solle die Gesellschaft in eine Kneipe führen.
Da selbst die Dame des Hauses geneigt war mitzutun, so zogen wir allesamt ins Waldhaus, wo unter der hingebenden Obhut des dicken Wirtes ein tadelloser Urquell verzapft wurde und selbst zu vorgerückter Stunde ein fideler Kreis willkommen war. Diese Nachsitzung erquickte auch insofern, als der musikalische Pole dem Klavier seltsame Welten wühlender Töne entlockte, Schöpfungen Chopins. Von der dionysischen Nachtfeier erwähne ich nur noch, daß Strindberg mit Przscki Schmollis trank, weil beide den Russen haßten, der die Finnen wie die Polen tyrannisiert. Nun sollte Strindberg ein deutsches Lied nach der Melodie des Chopinschen Trauermarsches verfassen. Nachdem er seine Notizen gemacht, sang er zu den schleppenden Akkorden mit dem Ausdruck heißer Empörung — die Scheltworte wurden durch Stampfen hervorgehoben —:
„Jetzt woll’n wir legen einen Schuft zu seinem Grab —