14.

Everard Leath wich vor des Barons erhobener Hand und seinem wutverzerrten, erstaunten, erblaßten Antlitz nicht zurück. Seine eigene Verwunderung hielt ihn gleichsam im Bann, aber selbst wenn dem nicht so gewesen, würde er keine ausweichende Bewegung gemacht haben. Er hätte es in jedem Falle mit dem schlanken, grauköpfigen älteren Manne in seinem tadellos sitzenden schwarzen Überrock aufnehmen können. Es lag ebensoviel spöttische Belustigung wie kühles Erstaunen in seinem Ausdruck. Sir Jasper hielt inne und ließ die Hand sinken.

»Was — was wollen Sie?«

Die Worte wurden hervorgestoßen, als seien Zunge und Kehle trocken, aber Leaths Antwort erfolgte umgehend. Seine Belustigung stieg.

»Nichts von Ihnen, Sir Jasper — nicht einmal an die Luft gesetzt zu werden. Ich komme nicht in eigener Angelegenheit und auch durchaus nicht zu meinem Vergnügen. Und gestatten Sie mir die Bemerkung, daß ich nicht nach Ihnen gefragt habe. Ich wünschte Ihre Frau Gemahlin zu sprechen.«

»Meine Frau?« wiederholte der andere langsam. Er sprach noch ebenso heiser und undeutlich, schien sich aber Mühe zu geben, seine Fassung wiederzuerlangen. Ein Stuhl stand neben ihm, und er legte eine Hand auf die Lehne, um sich zu stützen. »Ich — ich begreife nicht, Herr Leath,« sagte er in seiner gewohnten, hochfahrenden Art, »was Sie meiner Frau zu sagen haben können.«

»Natürlich nicht,« stimmte ihm Leath gelassen bei. »Ich habe Lady Agathe allerdings nichts zu sagen, was mich angeht, sondern bin nur der Überbringer einer Bestellung an sie.«

»Einer Bestellung?«

»Ja, — einer Bestellung Ihres Mündels.«

»Meines Mündels?«