Das Gesicht des Barons zeigte jetzt Ungläubigkeit anstatt der namenlosen Wut, die es noch eben zur Schau getragen.
»Ist es möglich, daß Sie von der Gräfin Florence Esmond reden, Herr Leath?«
»Ich spreche allerdings von der Gräfin Florence.« Das spöttische Lächeln war jetzt aus Leaths Antlitz verschwunden. Er sprach mit ruhiger Gelassenheit. »Ich habe Lady Agathe oder, in ihrer Abwesenheit, Ihnen, Sir Jasper, zu bestellen, daß sie — die Gräfin — unglücklicherweise gestern abend von dem Gewitter überrascht worden ist.«
»Von dem Gewitter? Sie ist in Brentwood Hall geblieben!«
»Nein — leider nicht. Sie verließ Brentwood Hall kurz vor dem Ausbruch des Gewitters, in dem Glauben, daß sie noch vorher heimgelangen würde. Zum Glück brach es nicht los, bis sie fast Lychet Hut erreicht hatte.«
»Lychet Hut? Sie meinen doch nicht das Haus, in dem Sie wohnen?«
»Freilich meine ich das, Sir Jasper. Ich kenne kein anderes, das so heißt. Und ich preise mich glücklich, daß ich dort war, um der Gräfin ein Obdach anbieten zu können. Ihre Bestellung —«
»Wollen Sie damit sagen, daß sie dort ist — seit gestern abend dort ist?« fragte Sir Jasper barsch.
»Zweifelsohne. Es war unmöglich, daß sie sich dem Unwetter aussetzte. Selbst wenn ich ihr einen Wagen hätte zur Verfügung stellen können, — was nicht der Fall ist, — wäre es nicht ausführbar gewesen. Sie wollte davon nichts hören, daß ich sie allein ließ, sonst würde ich versucht haben, auf irgendeine Weise hierherzugelangen, um Sie von ihrem Aufenthalt in Kenntnis zu setzen. Sie läßt Sie bitten, ihr sofort einen Wagen zu schicken und ihr Pferd durch einen Reitknecht holen zu lassen. Das ist alles, womit ich Sie zu behelligen habe. Guten Morgen!«
Er verließ das Zimmer; der Baron stand noch immer bleich und zornbebend da und umklammerte die Stuhllehne mit einem sonderbaren Ausdruck im Gesicht, der weder Erstaunen noch Ärger ausdrückte, sondern etwas viel Schlimmeres.