»Das heißt also, daß sie alle jedem ihrer elenden Bekannten davon erzählen und ihren gemeinen Kommentar dazu abgeben!« rief Chichester. »Und du verlangst, daß ich von dem Thema abbreche — sagst, daß du es satt hast! Großer Gott! Wir alle, wie wir da sind, werden es noch satt bekommen, ehe es abgetan ist!«
Er war auf und nieder geschritten und blieb jetzt vor ihr stehen.
»Florence, du scheinst nicht im geringsten zu begreifen, welch unglückselige Sache es ist!«
Sie sagte nichts, sie blickte ihn nur an. In seinem gereizten Zustande nur mit sich selbst beschäftigt, war er unfähig, die grenzenlose Verachtung, die in diesem Blick lag, zu lesen. Hätte er es vermocht, so hätte er sich vielleicht jetzt noch beherrscht. Er fing wieder an, auf und nieder zu gehen.
»Dein Name in aller Leute Mund zusammen mit dem jenes Menschen! Und man weiß, daß du ihn getroffen — dich mit ihm unterhalten hast! Das macht es noch schlimmer — das gerade ist das Allerschlimmste. Wenn das nicht wäre, so würde wohl mit dieser Sache selbst, in der ich dir keine Schuld beimesse, fertig zu werden sein. So aber ist es unmöglich. Es ist mir ganz schrecklich! Es ist unerträglich, entsetzlich, daß dein Name — der Name meiner zukünftigen Frau — der Name der Herrin meines Hauses — auch nur durch einen Hauch getrübt werben sollte!«
Er blieb wiederum vor ihr stehen.
»Du mußt es doch begreiflich finden, daß es mir unmöglich ist, so etwas leicht zu nehmen?«
»Ja — ich finde es begreiflich!« Die Augen unverwandt in die seinen senkend, lächelte sie.
»Es ist allerdings schrecklich, daß der gute Name deiner Zukünftigen angetastet werden sollte. Du tust recht, dich darüber aufzuregen; du hast mein volles Beileid. Denn was würde es dir ausgemacht — was würde es dir geschadet haben, hätte man nur auf mich — nur auf Florence Esmond, nur auf ein Weib einen Stein geworfen? Aber es ist deine zukünftige Frau. O, glaube mir, du tust mir aufrichtig leid!«
»Was meinst du?« fragte er und wurde rot. »Ich verstehe dich nicht!«