»Ja — auch das.«
»Ich kann — ich will es nicht glauben!« rief Lady Agathe unter neuem Schluchzen. »Florence sollte sich mit solchem Menschen verlobt haben! Er ist doch durchaus keine Partie für sie! Und dein Vater, der ihn nie ausstehen zu können schien, sagt, daß sie ihn heiraten soll! O, ich bin wie betäubt! Sie macht sich doch gar nichts aus dem Menschen, nicht wahr?«
»Ich — ich fürchte nein, Mutter,« antwortete Cis mit verlegenem Zögern. »Aber ich habe seit langer Zeit gewußt, daß Herr Leath sehr in sie verliebt war.«
»Ach, was hat das damit zu tun?« rief Lady Agathe. »Wenn das so ist, so ist es eine unverschämte Anmaßung von ihm. O, wie schade ist es, jammerschade, daß sie nicht mit der Herzogin nach Pontresina gegangen ist! Dann wäre dies alles nicht geschehen, und sie hätte in aller Gemütsruhe Chichester geheiratet. Aber ich kann es nicht glauben, liebes Kind, daß es ihr Ernst ist — ich kann es nicht. Dein Vater muß sie mißverstanden haben. Nein — ich glaube nicht, daß es wahr ist, bis Florence selbst es mir bestätigt.«
»Aber es ist wahr, Mutter.« Cis wandte sich um. »Florence hat es mir selbst erzählt.«
»So?« Lady Agathe hörte auf zu schluchzen. »Sie hat es dir gesagt?«
»Ja — gestern. Anstatt im Bungalow auf mich zu warten, wie wir verabredet, hat sie sich von Herrn Leath, der dort war, nach Hause bringen lassen. Da hat er sich wohl gegen sie ausgesprochen. Auf jeden Fall erzählte sie mir, daß sie sich mit ihm verlobt und daß Vater seine Zustimmung gegeben hatte.«
»Fragtest du sie nicht, ob sie den Verstand verloren hätte?« fragte die Mutter mit einem neuen Tränenstrom.
»Natürlich tat ich das! Sie war so wunderlich — so ganz anders als sonst, und sie lachte, als ich zu weinen anfing. Ich wollte es dir erzählen, aber sie sagte ›Nein‹, sie wollte Papa bitten, es dir zu sagen. Du weißt, daß sie gestern nicht zu Tische herunterkam, und als ich heute morgen nach dem ersten Frühstück sie in ihrem Ankleidezimmer aufsuchte, sahen ihre Augen so trübe aus, als habe sie die ganze Nacht nicht geschlafen. Alles wegen des unseligen Menschen!« rief Cis, in zornige Tränen ausbrechend, »und ich mochte ihn früher ganz gern leiden, den Abscheulichen! Und nun ist das Elend da! Ach, ich wollte, ich wäre tot!«
»Doch wohl nicht im Ernst, Cis — hoffentlich nicht! Unsinn, du kleines Ding! Was Harry wohl sagen würde, wenn er dich hören könnte!«