»Bis jetzt — nein. Aber ich sage, daß sie es soll.«
Es klang wie eiserne Entschlossenheit aus der ruhigen, gleichmäßigen Stimme, und der Redende regte sich nicht. Der Alte blickte mit einem Ausdruck zunehmender Besorgnis in den dunklen Augen auf die stolze Gestalt, die so unheimlich gelassen und ruhig dastand.
»Everard,« sprach er langsam, »Sie wissen, ich habe euch beide lieb, und nichts könnte mir ein größeres Glück gewähren, als euch miteinander glücklich zu sehen. — Aber bedenken Sie, lieber Junge, um Florences und um Ihrer selbst willen, — in der Ehe ist kein Glück möglich, wenn nicht auf beiden Seiten Liebe vorhanden ist.«
»Das weiß ich sehr wohl.«
»Lassen Sie mich noch eine Frage tun. Sie geben zu, daß Florence sich nicht so viel aus Ihnen macht wie Sie aus ihr. Hat die Art und Weise der Lösung ihres Verlöbnisses mit Chichester sie beeinflußt, Ihren Antrag anzunehmen?«
»Nein! Das wird freilich wohl der allgemeine Eindruck sein, obwohl es — um ihretwillen — dem schlecht gehen wird, den ich das aussprechen höre! Aber es ist ein Irrtum. Die Tatsache, daß Chichester ein Narr war, — wofür ich ihm allerdings von Herzen dankbar bin, — hat nichts damit zu tun, daß sie mir ihr Jawort gegeben.«
»Dann will ich keine weiteren Fragen stellen, aber davon bin ich überzeugt,« setzte der alte Mann mit besonderem Nachdruck hinzu, »daß Sie sie nicht heiraten würden, wenn Sie nicht glaubten, daß Sie sie glücklich machen könnten.«
Der Ton, in dem er das sagte, machte die Worte zu einer Frage. Es dauerte eine volle Minute, ehe Leath antwortete, und dann sprach er, ohne sich umzuwenden:
»Sie haben recht. Ich glaube, nichts könnte mich bewegen, sie zu heiraten, wenn ich nicht fühlte, daß ich sie glücklich machen könnte.«