Everard Leath ging über die Halde nach dem Bungalow zurück. Es war ganz dunkel, ehe er dort anlangte, und die Lampen brannten schon, als er ins Wohnzimmer trat. Sherriff, der in einem Stuhl am Kamin ein Schläfchen gehalten, richtete sich bei seinem Eintritt auf. Leath zog einen Sessel heran und setzte sich.

»Ich bin in Turret Court gewesen,« sagte er auf einen fragenden Blick des andern.

»Das habe ich mir gedacht, mein Junge. Dort steht wohl alles beim alten, und es ist keine Wendung zum Besseren eingetreten?«

»Nein — nicht die mindeste. Es ist nicht zu erwarten. Wie Sir Jasper jetzt daliegt, so kann er vielleicht, wenn seine Lebenskraft so lange ausreicht, noch fünf Jahre liegen.«

Ein finsteres Lächeln zuckte um die Lippen des jungen Mannes. »Wenn wir nach Rache getrachtet, so ist sie uns jetzt in vollem Maße geworden.«

»Ich trachte nicht darnach,« versetzte der Alte sanft, »nicht einmal um Marys willen. Aber ich bin alt. Ich leugne nicht, daß ich vielleicht anders darüber gedacht haben würde, Everard, wäre ich so jung wie du.«

»Mich verlangt auch nicht darnach,« antwortete Leath mit einem Stirnrunzeln, »man führt keinen Streich nach einem Toten, und in Wirklichkeit ist er tot.«

»Das ist wahr! Besser für seine Umgebung, er wäre es in der Tat.« Sherriff hielt zögernd inne. »Du glaubst, Lady Agathe hat keine Ahnung, daß — etwas nicht in Ordnung ist?«

»Durchaus keine. Wie sollte sie auch? Wer sollte es ihr sagen? Ihr Sohn wird Sir Roy werden. Sie wird nie was anderes erfahren.«

»Ich hoffe nicht. Ganz von ihren Kindern abgesehen, würde ein solcher Schlag sie getötet haben. Nun, du hast auf vieles — auf sehr vieles verzichtet, Everard, hast viel aufgegeben, aber du hast drei Unschuldige geschont, und was dir dafür wird, überwiegt alles andere weit, das weiß ich.«