– »Und schau'n zu den Sternen empor!« schnarrt es plötzlich neben Eugenie, und mit einer tiefen Verbeugung steht abermals Lieutenant Schmettau lächelnd vor ihr, welcher, seinen rothen Schnurrbart kräuselnd, in dieser Weise das angeführte Lied Heine's ergänzt. – Das überstieg denn doch endlich die Langmuth unserer schönen Eugenie. Unwillig blickt sie sich nach dem unberufenen Schwätzer um, wirft den Kopf in den Nacken und sagt scharf:
»Es hüpfen herbei und lauschen
Die Lieut'nants wie die Gazell'n!«
Dann macht sie eine stolze Verbeugung und hängt sich an den Arm Louises, ein anderes Zimmer aufsuchend.«
Ich war entzückt über die Geschichte, fürchtete aber nicht mit Unrecht, daß die stolze Eugenie sich auf diese Weise allerlei Verdruß zuziehen würde. Was sie an spitzen Gegenreden oder sonstigem Ungemach erfahren mochte, das erzählte sie freilich nie, nur einmal während des Cotillon kam sie zu mir, warf ein wunderschönes Bouquet, das sie während des Tanzes erhalten, verächtlich in den Winkel und gab mir lachend einen kleinen Zettel, der zwischen jenen Blumen gelegen und auf dem die Worte standen:
Dein Zünglein sticht,
Drum Jeder spricht:
Dich mag ich nicht!
Erschrocken blickte ich Eugenien an, denn wie sehr mußte sie dies Spottgedicht ärgern, aber schelmisch lachend sagte sie: »Nicht wahr, den bin ich glücklich los, Gänseblümchen? Aber schaffe du dir angenehmere Verehrer an; es ist nicht gerade schmeichelhaft, sich auf diese Weise besingen zu lassen!«
Dabei schweiften ihre Blicke schalkhaft zu Dr. Hausmann hinüber, welcher sehr viel mit mir tanzte und soeben wieder herbei kam, mir einen der schönen Sträuße zu überreichen, welche im Cotillon unter die Damen vertheilt wurden.