Einen Moment zögerte ich. Der scharfe, fast stechende Blick des dunklen Auges machte mich unsicher.
»Nun, glauben Sie vielleicht, ich wolle mir nur einen Spaß mit Ihnen erlauben?« fragte sie jetzt herb. »Haben Sie denn in New York noch nichts von Mary Powl gehört?«
»Mary Powl? – Nein!« stotterte ich zaghaft. Aber halb getröstet und rasch entschlossen, machte ich den Mund auf und ließ sie gewähren.
Mehrere Minuten vergingen unter tiefstem Schweigen. Dann sprang ich wie elektrisiert mit jugendlicher Lebhaftigkeit von der Bank empor.
»Donnerwetter, Blitz Element! Wo sind denn –?«
»Pst, pst, noch einige Sekunden Ruhe!« unterbrach sie mich besänftigend, dabei lächelnd, so daß ihre gesunden Zähne zwischen den Lippen sichtbar wurden. »Wo sind Ihre Zahnschmerzen – wollten Sie fragen – nicht wahr? Die sind abgethan und hoffentlich für eine lange Weile. So, jetzt gestatte ich Ihnen, auch wieder zu sprechen, mein Herr! Das heißt, wenn es Ihnen Vergnügen macht, sich einige Minuten mit mir zu unterhalten.«
In wirklich tief empfundenen Dankesgefühlen hatte ich ihre braune, unbehandschuhte, jedoch zarte Hand ergriffen und drückte sie kräftig.
»Sind Sie Zauberin, Fee oder ein leibhaftiges Menschenkind?« fragte ich mit vor Erregung zitternder Stimme. Ein wohliges Gefühl rieselte durch meine Adern. Wahrhaftig – sie hatte recht, wie neugeboren erschien ich mir.
»Mary Powl,« erwiderte sie einfach.
»Aber, mein Gott, wie kommen Sie dazu, einem Ihnen gänzlich Fremden solchen Liebesdienst zu erweisen? Erlauben Sie, Madame, daß ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist ...«