»Ich werde kommen,« flüsterte sie, »ich werde ihm in der ersten Stunde unseres Beisammenseins Alles, Alles sagen, Anthony, und er wird mich freigeben, – und sollte ich zögern aus Muthlosigkeit oder aus Mitleid, so komm mit Deiner Geige unter mein Fenster und rufe mich, – Deiner Geige muß ich folgen ohne Wahl. Du bist ein Dämon mit Deinem Spiel! Ich glaube, es risse mich in die Hölle!«
»Ich hätte vielleicht wie die Engel im Himmel geigen gelernt wenn Du bei mir geblieben.«
»Sprich nicht so, Du thust mir weh, sag' mir lieber wer Dich so spielen lehrte?«
»Mein verzweifeltes zertretenes Herz!«
»Armer Anthony!«
»Laß mich – reiche mir nicht die Hand hin – das sieht aus wie ein Almosen! Ich will kein Almosen, ich will Dich – Dich mit Leib und Seele – geh weg mit Deiner Hand und laß Deinen mitleidsvollen Blick von mir! – Hier küsse dies Amulet auf meiner Brust, Czinka, – Du weißt, daß Deine Mutter es mir umgehängt, als sie mich zu Deinem künftigen Schützer bestimmte, und daß Deine berühmte Großmutter, die weise Czinka Panna, es getragen, küsse es, sage ich und schwöre, daß Du kommen willst!«
Sie berührte den aus einem Stein geschnittenen Stern und schwur.
»So leb' denn wohl, Du geliebte Verlorene! Auf Wiedersehen Czinka, auf Wiedersehen, zu einem Leben voll toller Lust!« Er neigte sich, nahm ihr bleiches Antlitz zwischen seine beiden Hände, sah sie mit einem verzehrenden Blicke an und murmelte: »Ich erwarte Dich, Gräfin Czinka Saldern! O, Du bist noch schön genug um die Geliebte Anthony Czermaks zu werden!«
Dann ließ er sie los und ging in die Nacht hinaus.