»Ich danke Dir, Gott, daß Du dies Weib für eine Weile an meine Brust gebettet!«
»Fühlst Du Dich wohler?« wiederholte er inniger und trat ihr näher.
»O viel, viel wohler!« antwortete sie heiter.
»Sage mir,« und hier griff sie fast scherzend nach seiner herabhängenden Hand und hielt sie fest, »was würdest Du thun, wenn Du mich nicht mehr hättest?«
»Warum quälst Du mich?« fragte er ernst, fast finster.
»Weil ich wissen muß ob Du mich wirklich missen könntest.« Sie ließ seine Hand los und lehnte sich zurück.
»Nun denn, so wisse, daß ich leben würde, wenn ich Dich todt – aber nicht, wenn ich Dich im Besitze eines Andern wüßte.«
Sie hatte die Augen gesenkt und schob ihren kleinen Trauring am Finger hin und her. »Ob Anthony bald kommen wird?« fragte sie plötzlich und sah ihn fest an.
Wie von einem Dolchstich getroffen fuhr er auf. »Du wünschest es – ich weiß das Czinka – aber Du bist mehr als unbarmherzig, daß Du mir es sagst – gerade jetzt es sagst!«
»Alfred, ich sehne mich, daß er komme!« Sie war bei diesen leise gehauchten Worten aufgestanden, hing sich gewaltsam an seinen Arm und blickte ihn mit ihren heißen Augen so leidenschaftlich an, daß es ihn bis ins Innerste durchschauerte.