VIII
TRÜBE WINTERTAGE
In den ersten Wochen, die wir in Kabul zubrachten, weilten wir im afghanischen »Hotel«. Die Zimmer waren ganz hübsch. Sie waren mit Kelims und Matten ausgelegt, über die wir dann unsere eigenen Teppiche breiteten; wir hatten Tische und Stühle und schliefen in unseren Feldbetten. Da wir alle aber sehr viel Sachen hatten, wurde der Platz doch sehr eng.
Grundriß eines afghanischen Wohnhauses
Tagsüber war es noch sehr schön warm; wir konnten sogar in der Sonne auf der kleinen Terrasse vor unserem Zimmer zu Mittag essen. Es waren die letzten schönen Tage des Jahres.
31. Straßenkinder in Kabul
Das Hotelleben war auf die Dauer teuer, und wir mußten uns nach einer anderen Wohnung umsehen. Aber in ganz Kabul war kein für unseren Betrieb geeignetes Haus zu finden. Auch dort herrscht Wohnungsnot. Da bot uns eines Tages der Inhaber des Hotels an, wir sollten das Haus mieten, das er jetzt schräg gegenüber vom Hotel baute. Es war uns dieses Haus schon aufgefallen; die nach der Straße zu gelegene Seite war auch fertig, es waren zwei große Schaufenster im Erdgeschoß, und das Ganze machte für afghanische Verhältnisse einen recht hübschen Eindruck. Die Zimmer im Innern waren durchweg geräumig, so daß wir bald sahen, daß wir nichts Gescheiteres tun konnten, als dieses Haus zu mieten.
32. Basar in Kabul