Mit einem wilden Geschrei stürmten die Bauern heran. Sie wurden mit Schüssen empfangen, und zwei davon sanken schwer verwundet nieder.
Der Muth der Bauern war dahin. Sie flohen, sie riefen um Hilfe. Die Feigheit ließ sie ihre sterbenden Freunde vergessen; alles floh dem Dorfe zu.
Der Letzte der Fliehenden hatte das Unglück, in einen Graben zu stürzen. Er schrie erbärmlich, aber Niemand hörte ihn, Niemand kam ihm zu Hilfe, als er von den verfolgenden Räubern ergriffen und in das Hölzchen zurück geschleppt wurde.
Erst am recht lichten Morgen zog das ganze Dorf, die zitternden Weiber im Nachzuge, dem Hölzchen zu, um die Verwundeten und den Vermißten aufzusuchen. Unter den noch glimmenden Kohlen der Feuerstätte fanden sie die verbrannten Ueberreste der Verwundeten, am nächsten Baume die Leiche des Vermißten, und an ihm einen Zettel befestigt, der die mit Bleistift geschriebene Drohung schwerer Rache enthielt.
In der zweiten Nacht darauf, gerade als es heftig stürmte, brach in mehreren Scheunen von Libert Feuer aus. Nicht ein Haus wurde gerettet, das ganze Dorf war eine schauderhafte Brandstätte.
Der Bauer, von welchem die Bande zuerst gesehen, und die Nachbarschaft aus ihrem Schlafe geweckt und zum Angriffe aufgefordert wurde, verlor über den Verlust seiner Habe und aus tiefem Schmerze, dem ganzen Dorfe solch ein Verderben verursacht zu haben, den Verstand; man fand einige Tage darauf seine Leiche im nächsten Teiche.
Es war Lips Tullian mit seinen Vertrauten, der dem Angriffe eines ihm mehr als dreifach überlegenen Haufens so kräftig entgegengekämpft, die Fliehenden verfolgt, und durch Grausamkeit, durch Mord und Feueranlegung sich schauderhaft gerächt hatte. Im leinenen, armseligen Anzuge der Baugefangenen, ohne Waffen, ohne Geld war Lips Tullian mit den Seinigen aus dem Kerker der Kasematte vor kaum zwei Wochen entwichen, und schon waren sie gut gekleidet, mit Geld und mit Waffen versehen. Dem regen Eifer der muthigen, schlauen Mariane hatten sie Alles zu danken.