Wie viele Kämpfe mußten wir bestehn,

Von wie viel Noth und Herzensangst ermatten,

Wie viele Leichname hinopfern und bestatten,

Eh’ wir uns hier in dieser Hütte sehn!

Schiller.

Schon oft hatte Lips Tullian in diesem Walde theils einzeln, theils mit einigen der Bande Nächte zugebracht, aber immer nur im Durchzuge, und wußte von der Lage und dem Umfange dieses Waldes nur so viel, daß er in gerader Richtung nach Osten beinahe zwei Tagereisen weit sich ausdehne. In dieser Richtung ging er nun fort, mit ziemlicher Eile, da das volle Mondlicht für seinen Marsch sehr günstig war.

Mit Anbruch des Tages stieß er auf eine Umzäunung, und eine armselige, dunkle Strohhütte, daneben ein Meiler, sagten ihm, daß hier ein Köhler hause.

Die Nähe eines Köhlers war ihm nicht unangenehm, da Leute dieses Standes entweder größtentheils die Vertrauten der Gaunerbanden sind, oder den Erzählungen und Angaben fremder Leute solch’ einen vollen Glauben schenken, daß man von Menschen, welche alles für blanke Wahrheit nehmen, allgemein sagt: sie haben einen Köhlerglauben.

Ueberdieß glaubte er in der armseligen Hütte eine Engelswohnung zu erblicken, da er vor Hunger, Durst und Ermattung sich kaum mehr fortschleppen konnte.

Unentschlossen, ob er den Schlaf der Hüttenbewohner stören, oder deren Erwachen hier abwarten solle, lehnte er sich an die Umzäunung und musterte aus Neugierde und zum Zeitvertreib die Kundschaft des armen Handwerksburschen.