Wenige Augenblicke nach der Ankunft in Montfort erschien ein als treu und flüchtig gerühmter Bote. Philipp schrieb ein Billet an den Schänkwirth. Der Bote trabte fort, um aus Nancy die Brieftasche zu holen, die Philipp wohlverwahrt bei sich führte. Nun ließ sich Philipp eine Flasche Wein geben, bestellte ein gutes Essen und befahl dem Kutscher, den Koffer in die Schlafstube des Wirthes zu bringen, um, wie er sagte, des werthvollen Inhaltes wegen unbesorgt sein zu dürfen. Als die Flasche zur Hälfte geleert war, äußerte er den Wunsch, die Umgebung von Montfort zu besehen, ließ sich vom Wirthe einen Punkt bezeichnen, welcher die schönste Aussicht gewähre, und bat, ihn von dort abholen zu lassen, sobald das Essen bereitet sei.
Langsam schlenderte Philipp der bezeichneten Gegend zu. Kaum sah er sich außerhalb des Gesichtskreises des Wirthshauses, als er die entgegengesetzte Richtung einschlug, und querfeld der Straße von Nancy nach Toul zu eilte. In unglaublicher Schnelle hatte er die erste Poststation erreicht, nahm auf der Stelle Courierpferde und fuhr Tag und Nacht bis nahe an die niederländische Gränze, die er, ohne das Grenz-Wachthaus vorübergehen zu müssen, irgend wo heimlich überschreiten wollte, da er zu der Gültigkeit des in Nancy ihm verschafften Passes kein rechtes Vertrauen hatte, und man in jener Zeit auf der niederländischen Grenze die strenge Einrichtung getroffen hatte, Jeden, dessen Paß nicht alle erforderlichen Bedingnisse erfüllte, entweder zurückzuweisen, oder gleich zum Soldaten zu pressen.
XXXXVIII.
Die gefährliche Einsiedlerklause.
Hegt er wohl Verdacht?
Mißtraut er meinem Mitleid? — Ja, beim Himmel,
Er thäte recht; sein Werk ist abgelaufen,
Sobald er über diese Schwelle tritt.
Die Thüre, die er freudig sich geöffnet,
Greift hinter ihm für immer in das Schloß;