Schon auf der Flucht aus der Klause war Philipp fest entschlossen, zur Zerstörung dieser Mordhöhle das Möglichste aufzubieten. Ungeachtet er vermuthen konnte, daß man in der Gegend umher, gewiß auch am Sitze des Gerichtes, diese Klause, in örtlicher Beziehung wenigstens, kenne, so wollte er doch ihres Wiederfindens recht sicher sein. Von seinem Eintritte in den Wald an bis zur großen Buche am Fahrwege, wo er im Gebüsche der Ruhe pflog, hatte er in kleinen Zwischenräumen die Bäume mit seiner Axt bezeichnet. Er hatte dadurch eine sehr kluge Vorsorge getroffen, denn der Criminalrichter wußte von keiner Siedlerhütte in seinem ganzen Gerichtsbezirke. Ein Wagen wurde, als Philipp seine Anzeige geschlossen hatte, schleunigst mit wohlbewaffneten Häschern besetzt, in einer leichten Chaise fuhr der Criminalrichter mit Philipp voran; es mußte der Weg über Contry genommen werden, da sich Philipp von da aus am besten orientirte. Mit Tagesanbruch war die Buche am Fahrwege erreicht. Man setzte ab; still und eilig ging es nun durch den Wald, Philipp an der Spitze.
Der Wald war zu Ende, und die Felsengürtung sichtbar, in deren Winkel die Klause lag. Der Criminalrichter ließ dieselbe umringen; man sprengte die Thüre; es fand sich alles, wie Philipp angegeben hatte, aber kein Siedler, und immer mehr die Ueberzeugung, daß der Mörder für immer entflohen sei, denn alles, was leicht hinweg gebracht werden konnte, war verschwunden.
Der Criminalrichter ließ den Brunnen verschütten und in die Klause Feuer werfen. Bald war die Mordhöhle bis auf den Grund niedergebrannt.
L.
Zusammenkunft mit Josephinen.
Wo bleibst Du? — Meine Arme strecken
Sich liebevoll nach Dir in leerer Luft,
Das Auge, das nur Deine Züge sucht,
Kehrt traurig aus der düstern Dämmrung wieder.
Was bist du für ein räthselhaft Gefühl,