„Der Graf war nur leicht verwundet, aber schon im Augenblicke seines Falles Dein Tod beschlossen.

Ich habe Dich gerettet, ich habe meine Tugend, meine Seligkeit, mein Leben für Deine Freiheit hingegeben. In dem Augenblicke, als man Deine Fesseln löste, ward ich das verzweifelnde Opfer der wildesten Sinnlichkeit. Wenn diese Zeilen in Deiner Hand sind, habe ich bereits vollendet. Der Dolch ist geschliffen, die Hand zuckt nach ihm. Lebe wohl, vergieb meinem Mörder, und bete für Deine Josephine.“ —

Mit einem schrecklichen Gefühle hatte Philipp Josephinens Worte gelesen; es war das Gefühl des heftigsten Schmerzes. Aber der Schmerz wurde immer gewaltsamer hinweggestoßen von der Wuth der Verzweiflung. Rasend sprang Philipp auf, warf sich auf die Kniee und schwur mit brüllender Stimme den gräßlichen Eid: „von diesem Augenblicke an nur dem furchtbarsten Hasse gegen die Menschheit anzugehören, und die versengende Glut dieses Hasses und der Rachsucht in den Thränen der Beraubten, in dem Blute der Ermordeten zu kühlen.“

Was Philipp Schönknecht geschworen, hat Lips Tullian schauderhaft erfüllt.

[37] Hierzu die [Abbildung] im 4. Heft. „Der erste Mord.“

LII.
Lips Tullians Befreiung.

So folge mir zur Freiheit und zum Leben —

Beginn es neu an meiner Hand.

Sei nur dem Glück, der Freude hingegeben,