„Du magst Recht haben. Ein alter, ehrwürdiger, historischer Name ist immer ein gutes Panier; zu diesem kommen die Alliancen und Connaissancen eines Mannes von großer Familie.“
„Das ist es gerade, was mich ärgert, wenn gleich ich dieselben Ansprüche machen könnte! Doch was hilft es sich den Kopf über Dinge zu zerbrechen, die wir nicht ändern können. Ein andermal mehr Glück! — Sieh her, Hippias, da ist ein Putzladen! Ich mag nichts lieber als diese eleganten Hütchen und Häubchen besehen, unter jedem denke ich mir ein niedliches Gesicht. Im zweiten Stocke dieses Hauses wohnt ein sehr geschickter Lithograph. Wenn du einst berühmt geworden, kannst du dich von ihm lithographiren lassen. Er ist ein braver Baier und trifft vortrefflich. Seine Frau —“
„Nun, und seine Frau?“
„Ist seine Frau. Die Frauen lasse ich gerne aus meinem Vortrage weg. Sie haben mir zu viel Gutes erwiesen, um sie partheilos behandeln zu können. Ich will es lieber mit der Polizei und dem ganzen Männervolke verderben, als mit einer einzigen Frau, und am wenigsten mit meiner eigenen, wenn ich einmal eine bekommen sollte!“
Unter diesem Gespräche gelangten wir bis zu dem Keller des Herrn Kerkhoven.
„Hier müssen wir wieder einkehren,“ sprach ich. „Hier wohnt einer meiner besten Freunde und Bekannten.“
„Wahrscheinlich noch ein braver Mann! Ein Kraftmensch! ein Urmensch! nicht wahr? Wenn es so fortgeht, so giebt es in Altona nur lauter brave Männer und du lebst, wenn nicht in der guten, jedoch in der besten Gesellschaft!“
„Ganz gewiß, wenn man ohne Vorurtheil mich beurtheilt.“
Wir stiegen in den Keller hinab, und gelangten, nachdem wir eine schmale Flur passirt hatten, in die Weinstube. Hier waren mehre Gäste versammelt. Wir wurden von ihnen mit einem Jubel-Geschrei empfangen. Ich kannte sämmtliche Herren.