„Mein Freund Hippias, meine Herren,“ sprach ich denselben präsentirend; und fuhr mich gegen Hippias wendend fort:
„Dieser Herr,“ ich zeigte auf einen ziemlich starken Mann, mit vollen, rothen Wangen, der in einem braunen Oberrocke gekleidet war; aus einer kurzen, thöneren Pfeife rauchte und einen „Bittern“ vor sich stehen hatte, „ist mein Freund Moses Samson. Ein Biedermann, zwar mosaischer Religion, aber mit einem Herzen des wahren Christen würdig. Mein Freund Moses Samson; mein Freund Hippias.“
„Dieser Herr,“ sprach ich weiter, und reichte einem Manne die Hand, welcher in einem schwarzen, weiten Frack; einer weißen Weste, einer Unaussprechlichen von hellgrüner Farbe gekleidet, in einer Ecke des Zimmers saß, die Hände auf ein Bambusrohr gestützt und gleichfalls „einen Bittern“ vor sich stehen hatte, „ist mein Freund Herrmann Bleicamb. Ein Mann der früher Alles ins Große trieb; sich jetzt in das Hôtel Petit zurückgezogen hat, wo Alles Petit ist, und jetzt ein großer Mann im Kleinen genannt werden kann; weil er nie seinen Kopf verliert, und mit dem zufrieden und heiter ist, was er hat. Herr Herrmann Bleicamb; Herr Hippias.“
„Dieser Herr,“ bemerkte ich darauf Hippias einen Mann vorstellend, dessen hohe Stirne von wenigen blonden Haaren umflattert war, dessen große blaue Augen unruhig in ihren Höhlen umherrollten, und welcher das Itzehoer Wochenblatt in der Hand hielt, „ist Herr Kannegießer. Ein Mann, dem das Wohl des Vaterlandes sehr am Herzen liegt; der sich viel um die Dithmarschen Unruhen bekümmert; gerne über die Unzweckmäßigkeit der Dänischen Zolllinie redet, und überhaupt sehr viel zu raisonniren sucht. Herr Kannegießer; Herr Hippias.“
„Dieser Herr,“ sprach ich auf einen kleinen untersetzten Mann zeigend, dessen Ausdruck ebenso unternehmend, als lebendig war; der mit einigen Goldmünzen spielend vor sich einen Durchschnitt rothen Weines stehen hatte, „ist mein Freund Keball. Herr Keball; Herr Hippias.“
„Und endlich dieser hier,“ fuhr ich fort, einem vierschrötigen Manne mit krausen, schwarzen Haaren, schwarzen Augenbrauen und gelblichem Gesichte, die Hand reichend, „ist mein Freund Timm. Ein Mann, der meine vollkommenste Achtung verdient; der mir und Anderen hundertmal aus der Noth geholfen, und der schweigen kann.“
Nachdem die üblichen Verbeugungen gemacht waren, nahmen wir Platz.
„Und nun, Herr Aristipp,“ unterbrach Herr Moses Samson, mit einer freundlichen Miene die eingetretene Pause, „wo sind Sie so lange gewesen?“
„Auf dem Lande, mein Bester.“