Mehre der Tischgesellschaft pflichteten dieser Meinung über den Herrn von Pichmeier bei.
„Wie glücklich dieser Mann ist!“ rief der Baron aus. „Unter so vielen Menschen nur eine Stimme des Lobes über ihn und noch dazu hinter seinem Rücken! Es liegt etwas Bezauberndes in der allgemeinen Achtung, dem allgemeinen Beifall der Menschen! Was hilft alles Berühmtsein, aller Verstand, wenn man nicht geachtet und geliebt von seinen Mitmenschen ist! Gewiß, beneide ich den Herrn von Pichmeier nicht, aber ich gäbe zwanzig Jahre meines Lebens darum, wenn man von mir spräche, wie man hier von ihm spricht!“
„Das allgemeine gute Urtheil über einen Menschen hat allerdings etwas sehr Anziehendes,“ sprach Hippias. „Es ist bei weitem leichter Bewunderung, als die allgemeine Achtung und Liebe zu erwerben. Daher möchte ich auch lieber gut, als groß sein. Beides zusammen vereinigen, ist sehr schwierig.“
„Ihr seid wieder auf gutem Wege!“ rief Herr Herrmann Bleicamb. „Ich habe gehofft, in der Gesellschaft von lustigen, jungen Leuten meinen Tag hinzubringen, und befinde mich unter lauter Philosophen. Die Welt beurtheilt Euch ganz falsch, meine jungen Herren. Ich bemerke, daß Ihr die Weisheit auf dem Grunde eines leeren Champagner-Glases sucht und findet. Es freut mich und ich werde es gelegentlich zu rühmen wissen. Wir müssen aber Höflichkeit um Höflichkeit tauschen und jetzt dem Russen einschenken lassen, wenn wir uns nicht lumpen lassen wollen!“
„Du bist heute außerordentlich höflich!“ sprach der Baron.
„Eine Flasche Champagner!“ rief ich dem Kellner zu.
Das Diner nahte sich jetzt seinem Ende. Madame Guilleaume, ihre Töchter und die interessante Unbekannte erhoben sich von ihren Sitzen und verließen den Speisesaal. Einige von den Herren folgten ihnen, die anderen rückten näher zusammen und der Champagner begann zu kreisen. Der junge Russe besonders schien sich über die Entfernung der Damen zu freuen.
„Gut! gut! daß sie fort sind“ rief er aus. Was wollen die Damen an der Table d’hôte? Sie geniren nur. Er trank ein Glas Champagner und sang:
„Drei Ochsen, vier Küh!
Sind sieben Stück Vieh!