„Sie sind partheiisch, mein Fräulein!“ bemerkte Herr Kriegmann.

„Durchaus nicht. Wenn mir ein Hannoveraner etwas Schönes sagt, so nehme ich es an, weil ich weiß, daß es nichts auf sich hat, und zum guten Tone gehört. Einem Hamburger schenke ich gerne seine Artigkeiten, erstens, weil sie ihm nicht geläufig sind, und zweitens, weil man mich für eitel halten würde, wenn ich sie annähme.“

„Ja, mit zu großer Artigkeit belästigen uns unsere Herren nicht,“ sprach Fräulein Guilleaume.

„Das will ich gerade nicht sagen,“ meinte Madame Guilleaume. „Unsere Herren haben auch mehr zu denken, als den Mädchen was Schönes zu sagen. Die Geschäfte, die Geschäfte gehen Allem vor.“

„Sehr wahr!“ rief Fräulein Adeline. „Man kann seine Zeit besser anwenden, als uns durch Schmeicheleien den Kopf zu verdrehen!“

Die Unterhaltung wurde durch den Kellner gehemmt, der meldete, daß der Wagen da sei, in welchem die Damen zum Theater fahren wollten.

Die Damen erhoben sich von ihren Sitzen und entfernten sich. Mehre der Herren begleiteten sie. Der Baron sah Fräulein Adelinen lange nach, dann sprach er:

„Das Mädchen hat eine wunderbare Aehnlichkeit! Es ist eine traurige Erinnerung für mich! Wohl dem, den solche Erinnerungen nicht quälen!“

„Willst Du uns nicht den Grund sagen, weshalb Dich der Anblick dieses holden Geschöpfes so in Bewegung gesetzt hat?“ fragte ich.