„Hier ist etwas für Euch,“ unterbrach Hippias die Unterhaltung. Hört! der Major von Newport erhielt neulich einen Brief folgenden Inhaltes: „Feuer! Blut! Heiliger Kampf! Es lebe das neue vollkommene Reich der Liebe, des Gesetzes und der Freiheit durch Jesum Christum! Ewige Rache allen, die der Schrift nicht gehorchen! Mahershabahashberg Urtheilsvollstrecker. Hora diaboli, Verdammniß! Hora dei, ewiges Heil!“

„Das ist denn doch des Unsinns zuviel,“ rief der Baron. „Man sieht es deutlich, wie weit wir zurück gehen! Das neunzehnte Jahrhundert —“

„Ich bitte Dich, um Gotteswillen,“ schrie Bleicamb: „thut mir nur den Gefallen und fangt nicht wieder an zu raisonniren, zu philosophiren, zu politisiren, zu religiosiren und zu reformiren! Laßt uns einige von den schönen Hummern essen, Rheinwein trinken und einige Döhnchen dabei erzählen.“

„Wenn Du nur morgen keine Leibschmerzen bekommst?“

„Das ist meine Sache und geht Euch nichts an. Herrmann Bleicamb hat noch Platz genug in seinem Magen, um mehr zu essen und zu trinken, als viere von Euch vertragen können. Gelt! ich habe mich für mein Alter gut conservirt — habe acht gesunde Kinder am Leben und viere todt und doch nehme ich es mit Euch auf. — Versteht Ihr mich? — Das kommt aber von die gesunde Lebensart. Seht ich habe noch alle meine 32 gesunden Zähne!“ Herr Bleicamb riß seinen Mund mit den beiden Zeigefingern auf und zeigte uns ein Gebiß, das einem Haifisch Ehre gemacht und den Herrn Calais zur Verzweiflung gebracht haben würde.

„Man muß Ihnen Gerechtigkeit wiederfahren lassen, Ihre Zähne sind schön,“ bemerkte Hippias. „Es ist ein Glück für uns, daß Sie kein Kannibale sind. Wunderbar ist es aber in der That, daß die neue Generation in Deutschland so schlechte Zähne hat.“

„Ich kenne mehre Familien in Altona,“ bemerkte ich, „die für falsche Zähne bestimmt über 1000 Mark jährlich an den Dentisten bezahlen.“

„Woher die falschen Zähne noch immer kommen mögen?“ fragte Hippias.