„Fanny ist schuld daran, daß mon Cousin gesündigt hat, und, daß irdische Begierden in ihm durch Fanny erregt worden sind.“
„Wie das, ma Cousine?“
„Fanny hat mon Cousin ihren entblößten Busen gezeigt. Fanny freute sich, daß er mon Cousin gefiele. Monsieur le Curé hat es Fanny verwiesen. — Fanny wird am Sonntage nicht die Absolution erhalten, denn Fanny hat gesündigt und Fanny freut sich, daß sie sündigte, weil sie mon Cousin gefallen hat.“
„Heilige Einfalt und Unschuld! Fanny muß sich trösten, denn Fanny wußte nicht, daß sie Unrecht that.“
„Fanny wußte es nicht, aber jetzt weiß Fanny es, und Fanny wird es wieder thun, wenn sie weiß, daß mon Cousin einen Gefallen daran findet.“
Fanny entfernte sich. Sie ging in den Garten, pflückte eine Orangen-Blüthe und zerblätterte sie. —
„Eine Gänseblume! Liebt er mich? Liebt er mich nicht?“ Murmelte der Fremde in sich hinein, indem er einen forschenden Blick auf den Baron warf, und in einer ungewöhnlichen, scharfen, aber nicht unangenehmen Tonart folgende Worte an diesen richtete: „Um Vergebung, mein Herr! Ihre Geschichte fängt an, mich zu interessiren. Eine Unschuld von dreißig Jahren, Liebe, Leidenschaften, katholische Priester, das ist so mein Steckenpferd!“ Er schenkte sich ein Glas Madeira ein, schlug den Telegraphen zu und zündete eine Cigarre an.
Der Baron machte ihm eine leichte Verbeugung und fuhr dann fort: