3) Kochenillefarbe.

Man nehme 16⅔ Grm. Kochenille, welche gestoßen wird, setze diese mit ½ Liter Wasser auf Kohlenfeuer und lasse es ordentlich aufkochen; dann schütte man 16⅔ Grm. gereinigte Pottasche (Sal tartari), 16⅔ Grm. gebrannten Alaun und 33⅓ Grm. Cremor tartari hinein, lasse es noch einmal aufkochen, wobei man aber sehr vorsichtig sein muß, da es bei Zusetzung der Säuren leicht überläuft. Sodann schütte die Farbe durch ein Leinwandstück, und die Farbe ist zum Gebrauche fertig.

Da diese Farbe durch längeres Stehen leicht in violette Farbe umschlägt, so nimmt man, um dieses zu vermeiden, sie nochmals auf das Feuer, thut 125 Grm. gestoßenen Raffinadezucker hinzu und läßt es einige Male aufwallen; dann schütte man die Farbe in eine wohlverkorkte Flasche, so hält sie sich sehr lange.

4) Gelbe Farbe von Safran.

Man nimmt ganzen Safran, überschüttet ihn in einem irdenen Topfe mit etwas Spiritus und läßt es in der Wärme ziehen, so ist die Farbe fertig. Soll diese zum Malen angewendet werden, so löse man in der Wärme etwas gestoßenen Gummi arabicum darin auf. Wenn der Aufguß mit dem Saffran verbraucht ist, so darf man nur wieder Spiritus aufschütten und in der Wärme ziehen lassen, so kann man ihn noch mehre Male gebrauchen.

5) Aufgelaufenes Konfekt.

66⅔ Grm. weiße Mandeln werden, mit 5 Eiweiß fein gerieben, dann 66⅔ Grm. Staubzucker untergewirkt, mit Zucker ausgerollt und beliebige Muster ausgestochen, welche entweder auf Papier oder Wachsbleche gesetzt und so gebacken werden.

6) Schaumkonfekt.

Von folgender Schaummasse: 1½ Kilogrm. feiner Zucker wird geläutert und zum Flug gekocht, unterdessen werden 15 oder ¾ Liter Eiweiß zu steifem Schnee geschlagen; ist nun beides fertig, so wird der fertige Zucker heiß unter den Schnee langsam eingeschlagen, die Masse wird nun ruhig kalt gerührt, und nachdem kommt Farbe und Geschmack beliebig hinzu; wünscht man die Masse etwas leichter, so kann man auch, statt 15, 18 Eiweiß nehmen und werden auf Wachsbleche theils ovale, theils runde Ringchen tressirt. Hier wird es gut sein, von jeder Sorte ein Blech zu fertigen, da es sonst vorkommen könnte, daß beim Abschütteln des Streuzuckers auf 1 Stück zweierlei Farben kämen. Man bestreut nun ein Blech Ringe, nachdem dieselben vorher mit kleinen Röschen oder sonstigen Verzierungen bemalt wurden, mit weißem fein gestoßenen Kandis, von welchem der Staub abgesiebt wurde; was man alsdann Grillage nennt.

Ein anderes Blech bestreut man mit dem nämlichen Zucker, der roth gefärbt, und so arbeitet man die andere Schaummasse vollends auf, damit alle Farben erzielt werden. Zu braunen Ringchen verwendet man Zimmt und auch gestoßene Chokolade. Sind alle Bleche nun in den verschiedenen Farben vollendet, so muß, wenn der Ofen nicht so eingerichtet, daß die Bleche unter denselben gebracht werden können, jedes einzelne Bleche auf ein starkes Brett so lange in den Trockenkasten gestellt werden, bis die Ringe obenauf ziemlich hart geworden sind. In einen mäßig heißen Ofen gebracht, werden dieselben langsam um die Hälfte ihrer Dicke in die Höhe steigen.