Und so empfange denn mein letztes Lebewohl — Gottes bester, bester Segen über Dich — ich lege meine ganze Seele, mein Herz voll unaussprechlicher Liebe in dieses Lebewohl. Wo ich auch sey, wie ich auch fortdaure, ich will nie mehr mein seyn, als ich Dein bin und bleibe. —


Eben so innig und herzlich nahm sie dann von Elisen und August Abschied. Nach ihrem Tode fand sich unter ihren Papieren ein versiegelter Brief an Voluda und ihr von ihr selbst gemaltes Gemälde. — Sie bat ihre Lieben, sie in der Morgendämmerung an dem von ihr bestimmten Platze im N****er Garten begraben zu lassen. Ihr Vermögen vertheilte sie zwischen ihren Geschwistern und Charlotten. In N**** hatte sie ein Kapital gegründet, von dessen Zinsen die Schule erhalten werden sollte. Ueberhaupt war in ihrem Testamente keiner vergessen, der auch nur entfernten Anspruch auf ihr Andenken und ihr Wohlwollen zu machen hatte. An Buri schickte sie mit einem freundlichen Lebewohl seine an sie geschriebenen Briefe zurück.

Schön und freundlich kam dies Jahr der Februar, und brachte einen herrlichen blauen Himmel und — keine Blüten — aber einen reichen Seegen von Knospen mit. — Ihrer alten Liebe zu Blumen und Kräutern getreu, ließ sich Natalie auch jetzt noch in das Gartenzimmer tragen, wo sie immer so gerne gewesen war. —

Die Abendsonne brannte glühend durch die Fenster — bleich und schwer athmend ruhte Natalie in ihrem Krankenstuhle — vor ihr kniete ein sanfter, holder Engel, dessen Herz zu fromm war, um diese ernste Stunde der Wiedergeburt für ein höheres Leben, durch lauten Schmerz zu entweihen. —

In dem halbgeöffneten Nebenzimmer sangen zarte Kinderstimmen leise:

Und er hat uns gegeben die köstlichste Gabe,

Seinen starken Erretter, den Tod, den freudigen Helden

Welcher zertrümmert jegliche Fessel der Erde

Und aufträgt die schwachen Mühebeladnen